NOZ: Tatort-Ausstieg wegen Reihe „verpasster Chancen“ für starke Drehbücher





Alwara Höfels: Tatort-Ausstieg wegen Reihe
„verpasster Chancen“ für starke Drehbücher

Schauspielerin: Trotz großer Diskussionen hat sich nichts
verändert

Osnabrück. Schauspielerin Alwara Höfels sieht ihr Engagement als
Kommissarin Henni Sieland im Dresdner „Tatort“ als eine
Aufeinanderfolge von verpassten Chancen: „Ein gutes Buch ist immer
auch ein guter Film, der erzählt sich aus den Figuren heraus. Und
Dresden wäre natürlich die Steilvorlage dafür gewesen, um
Gesellschaft exemplarisch für ganz Deutschland zu erzählen,“ sagte
die 36-Jährige der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

„Darum habe ich sehr gekämpft, aber ich hatte am Ende das Gefühl,
dass man diese Verantwortung nicht wahrgenommen hat und auch nicht
wahrnehmen wollte. Das habe ich mir sechsmal angeschaut, immer
begleitet von großen inhaltlichen Diskussionen, ohne dass sich etwas
veränderte,“ sagte Höfels weiter. Es sei anfangs die richtige
Entscheidung gewesen, Ja zu dem Format zu sagen – „es war aber auch
die richtige Entscheidung, die Konsequenzen aus den Erfahrungen zu
ziehen, die ich damit gemacht habe“.

Höfels, die am Montag im ZDF-Abtreibungsdrama „Aufbruch in die
Freiheit“ zu sehen ist, zollte ihren Kolleginnen Senta Berger und
Romy Schneider höchsten Respekt dafür, dass sie 1971 zu den
Unterzeichnerinnen der „Stern“-Aktion „Wir haben abgetrieben!“
gehörten: „Großartig, voll in der Verantwortung eines Künstlers. Es
war richtig, das zu tun, unabhängig davon, ob sie abgetrieben hatten
oder nicht. Es geht darum, eine Haltung zu haben, Haltung gibt Halt.
Da kann man natürlich als öffentliche Person das offen stehende
Fenster nutzen, um Botschafterin für wichtige Themen zu werden und
nicht nur über sein Privatleben zu reden, was am Ende dann
wahrscheinlich doch sehr langweilig ist.“

Höfels liegt vor allem ihre persönliche Unabhängigkeit am Herzen:
„Ich habe mich noch nie aus finanziellen Gründen entschlossen, eine
Arbeit zu machen.“ Dafür nimmt die Schauspielerin auch
Einschränkungen in Kauf: „Meine Lebensbedingungen sind bis heute
reduziert, ich habe keine Kinder, kein Auto und lebe nicht in einem
großen Loft, sondern immer noch in meiner kleinen Mietwohnung in
Berlin. Deshalb kann ich mir auch den Luxus leisten, etwas nicht zu
tun, das ich nicht tun möchte.“

Das ZDF zeigt „Aufbruch in die Freiheit“ am Montag, 29. Oktober,
um 20.15 Uhr.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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veröffentlicht von am 27. Okt 2018. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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