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Regisseurin Emily Atef: ARD-Redakteurin wollte
nicht mit Frauen zusammenarbeiten

Filmpreis-Favoritin: Stillende Frauen am Set besser als koksende
Männer – Quote auch wirtschaftlich sinnvoll

Osnabrück. Regisseurin Emily Atef fordert eine Frauenquote im
Filmgeschäft, auch aus wirtschaftlichen Gründen: „Wir entscheiden,
welche Filme erfolgreich sind: Frauen nehmen ihre Männer mit ins
Kino. Frauen entscheiden, was im Fernsehen geguckt wird. Trotzdem
gibt der Film uns kaum Perspektiven“, sagte die 44-Jährige der „Neuen
Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). „Nach dem Erstling geht es nicht
weiter. Wir machen einen Film, vielleicht zwei, und danach sind wir
nicht mehr zu sehen“, sagte Atef, deren Romy-Schneider-Porträt „3
Tage in Quiberon“ mit zehn Nominierungen als Favorit ins Rennen um
den Deutschen Filmpreis geht.

Sie selbst habe sich nach ihrem dritten Film fünf Jahre vergeblich
um Aufträge bemüht: „Ich hatte lauter Preise geholt, ich war in
Cannes – aber es war nicht möglich, mir einen Fernsehfilm zu
vermitteln“, sagte Atef. „Ohne Quote dauert es noch hundert Jahre.“
Auf die Frage, ob ihre Ablehnungen jemals mit dem Geschlecht
begründet wurden, sagte Atef: „Bei mir schon. Ein Produzent hat mich
und die Autorin Esther Bernstorff mal ein Exposé für einen
–Polizeiruf– schreiben lassen und ist damit zur Redakteurin gegangen.
Die hat nur unsere Namen angesehen und stolz gesagt: Mit Frauen
arbeite ich nicht. Eine Frau! Vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen!
Die lebt von meinen Gebühren. Das war vor knapp zehn Jahren, und sie
arbeitet noch. Heute wäre das ein Kündigungsgrund.“

Als Grund für die Benachteiligung von Frauen im Filmgeschäft
nannte Atef alte Denkmuster: „Frauen können so eine große Mannschaft
nicht führen? Das ist doch Quark! Frauen sind sogar besser, weil sie
weniger hierarchisch denken. Frauen können nicht mit Budgets umgehen?
Wie bitte? Auf der ganzen Welt verwalten die Mütter das
Haushaltsgeld. Frauen melden sich krank, wenn die Kinder Schnupfen
haben? Also echt! Ich kenne lauter tolle Väter, die sofort das Set
verlassen würden, wenn ihr Kind einen Autounfall hat. Aber niemand,
weder Regisseurinnen noch Regisseure, lässt die Arbeit wegen Fieber
liegen. Als meine Tochter vier Monate alt war, war sie mit am Set.
Natürlich habe ich sie da gestillt. Das ist doch viel besser als ein
Typ, der kokst und säuft.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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veröffentlicht von am 7. Apr 2018. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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