NOZ: Dresden will sich als Kulturhauptstadt mit Bürgerprojekten profilieren





Dresden will sich als Kulturhauptstadt mit
Bürgerprojekten profilieren

Oberbürgermeister Dirk Hilbert: Wir wollen Orte der Begegnung und
des Miteinanders generieren

Osnabrück. Dresden will bei der Bewerbung als Kulturhauptstadt
Europas 2025 den Gedanken der Bürgerbeteiligung in den Mittelpunkt
stellen. Damit sollten die Menschen in der Stadt bewusst mitgenommen
werden, sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) im Interview mit
der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Viele dieser Menschen hätten mit der
Wende ihren Job verloren, erklärte er auf die Frage nach der in
Dresden gegründeten Pegida-Bewegung. „Diese Menschen mussten sich
umorientieren, haben einen Knick in der Biografie und sich trotzdem
einen bescheidenen Wohlstand erarbeitet. Das sehen viele als
gefährdet.“ Gleichzeitig stelle sich Dresden den Herausforderungen,
die durch Globalisierung und Digitalisierung entstehen. „Die Frage
dabei ist doch: Wie werden die Menschen bei diesen Prozessen
mitgenommen, ohne dass sie das Gefühl haben, entwurzelt zu sein?“, so
Hilbert.

Deshalb habe die sächsische Metropole ihre Bewerbung zur
Kulturhauptstadt unter das Motto „Neue Heimat Dresden 2025“ gestellt.
„Wir wollen die Sorgen, die Nöte und auch die Ängste der Menschen
ernst nehmen. Wir wollen außerdem Identifikationsorte schaffen und
Möglichkeiten, sich mit ihrer Umgebung auseinanderzusetzen, Orte der
Begegnung, des Miteinanders generieren – und das über die ganze
Stadt“, gab Hilbert als Leitlinie vor. Dresden sieht für das Projekt
ein Gesamtbudget in Höhe von 70 Millionen Euro vor. Außerdem will die
Stadt rund 200 Millionen Euro in den Neubau und die Sanierung von
Sozial- und Kulturzentren investieren, darunter die Kantine des
ehemaligen Robotron-Kombinats.

Die EU vergibt den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ für das Jahr
2025 an eine deutsche und eine slowenische Stadt. Das nationale
Auswahlverfahren in Deutschland läuft seit gut einem Jahr. Im Herbst
2020 soll feststehen, welche Stadt den Zuschlag erhält. Unter den
acht Bewerbern sind mit Dresden, Chemnitz, Gera, Zittau und Magdeburg
gleich fünf aus Ostdeutschland. Dazu kommen aus dem Westen Hannover,
Hildesheim und Nürnberg. Die bislang letzte deutsche Kulturhauptstadt
war 2010 Essen, stellvertretend für das ganze Ruhrgebiet.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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veröffentlicht von am 13. Aug 2019. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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