NOZ: Dirk Steffens: Rustikale Kindheit auf dem Land





Dirk Steffens: Rustikale Kindheit auf dem Land

Naturfilmer schlachtete als Kind Gänse, Hühner und Kaninchen und
jagte Bisamratten – Heute tötet er auf Expeditionen verletzte Tiere

Osnabrück. Naturfilmer Dirk Steffens (51) ist durch seine Kindheit
auf dem elterlichen Obsthof im niedersächsischen Asselermoor sehr
früh mit Tieren in Berührung gekommen: „Mein bester Freund war unser
Hund. Ich hatte Schildkröten und Katzen, habe Frösche eingesammelt
und Nistkästen gebaut“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Auch das Töten von Nutztieren gehörte für ihn dazu: „Ich habe unsere
Tiere, also Gänse, Hühner und sogar meine eigenen Kaninchen, selbst
geschlachtet, ihnen das Fell abgezogen und sie ausgenommen. Das kann
ich bis heute noch. Obwohl ich Vegetarier geworden bin.“ Dies habe
ihn bis heute geprägt, berichtete Steffens weiter: „In so einem
Bauerndorf hatte man in den Siebzigerjahren eine sehr unsentimentale,
rustikale Umgehensweise mit Natur. Die Umwelt war aufgeteilt in
Schädlinge und Nützlinge, und die Schädlinge wurden gnadenlos
gekillt. Bei uns in Asselermoor war Entwässerung ein großes Thema,
deshalb waren die Bisamratten Schädlinge. Da gab es Prämien, und wir
sind auf die Jagd gegangen. Ich komme nicht aus der Fraktion
Prenzlauer Berg, anthropomorphisierende sentimentale Tierliebe ohne
Realitätshaftung. Wenn wir auf einer Expedition auf ein verletztes
Tier stoßen, bin ich bis heute derjenige, der dieses Tier erlöst.“
Der Naturfilmer und Artenschützer verneinte die Frage, ob er als
14-Jähriger zu „Fridays for Future“-Demonstrationen gegangen wäre:
„Das Dorf, aus dem ich komme, war zu klein, als dass ich an so großen
Weltläufen hätte teilnehmen können. Das wäre heute vielleicht in
Zeiten des Internets und der sozialen Medien anders, aber damals war
das noch ein relativ stimulanzfreier Raum.“ Aus diesem Grund sei er
auch mit 16 fortgezogen, um in Hamburg eine „komische
Berufsausbildung“ zum Fernmeldetechniker zu machen: „Der einzige
Grund war: Ich wollte raus aus dem Dorf. Die Post, damals noch ein
Staatsbetrieb, hat Kost und Logis bezahlt, das hieß, ich konnte als
16-Jähriger zusammen mit zwei gleichaltrigen Kumpels mitten in
Hamburg wohnen. Die Ausbildung hat mich nicht eine Sekunde
interessiert, aber wir hatten drei lustige Jahre.“

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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veröffentlicht von am 20. Jul 2019. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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