Neues Radio Bremen-Reportageformat „Rabiat“ startet: „Drogenrepublik Deutschland“ am Montag, 30. April, um 22:45 Uhr im Ersten





Es ist kurz vor Mitternacht, Hendrik zieht die
erste Line Speed. Auf dem Wohnzimmertisch stehen ein paar Flaschen
Bier, der Aschenbecher qualmt. Daneben ein Tütchen mit bunten Pillen
und zwei weitere mit kristallinem Pulver. Speed, MDMA, Ecstasy – das
gehört für Hendrik und seine Freunde zu einer guten Partynacht dazu.
Und die startet gewöhnlich Zuhause. Vier Stunden später werden sie im
Club die erste Pille teilen. „Jetzt gleich Augen zu und tanzen“ –
Urlaub im Kopf. „Das macht einen oberglücklich, es ist alles so schön
und man mag alle umarmen.“

Hendrik ist Mitte 30, Akademiker. Er ist reflektiert, steht mitten
im Leben – und nimmt gern chemische Drogen. Alle ein, zwei Monate
tanzt er in einem Berliner Elektroclub mit seinen Freunden bis zum
nächsten Mittag.

Dass er kein Einzelfall ist, zeigen die Ergebnisse der Global Drug
Survey, der weltgrößten Drogenumfrage, bei der auch 2017 wieder über
ein Drittel der Teilnehmer angab: „Ja, ich nehme Drogen.“ Mehr als
die Hälfte der Konsumenten hatte im vergangenen Jahr gekifft, jeder
vierte schluckte Ecstasy oder schnupfte MDMA, zwölf Prozent koksten.
Dennoch gelten gerade chemische Drogen weiterhin als Teufelszeug.
Einmal genommen, schon in der Abwärtsspirale. Wer Drogen nimmt wird
abgestempelt, denn Drogen haben ein hohes Suchtpotential. Aber wird
jeder, der Drogen nimmt, auch süchtig? „Man kann Drogen auch
verantwortungsvoll nehmen“, sagt Hendrik. Stimmt das?

Rabiat-Reporterin Anne Thiele hat Menschen wie Hendrik für die
Radio Bremen-Reportage „Drogenrepublik Deutschland“ kennen gelernt
und sie durch die Nacht begleitet. Sie ist dabei, wenn Dealer Toni
per Taxi Drogen zu seinen Kunden kutschiert. Mehr als 200 Kunden
verkauft er sein Koks. Von der Putzfrau, über den Studenten bis hin
zum Anwalt oder der Ärztin.

Velcro ist 21, Youtuber, er spricht auf einem eigenen Kanal über
seine Drogenerfahrungen und hat damit ein Millionenpublikum erreicht.
Seitdem er 17 Jahre alt ist, probiert er sich munter durch
psychoaktive Substanzen. Er war fasziniert davon, wie man mit den
Drogen, die er einfach im Internet bestellte, sein Bewusstsein
erweitern kann. Doch sein Bewusstsein hat das viele Experimentieren
nicht gut verkraftet. „Danach, als ich das abgesetzt hatte, gab–s
auch schon – weil ich so hohe Mengen konsumiert hatte – da gab–s
Entzugserscheinungen. Starke Depressionen, die schlimm waren,
ekelhafte. Dann kam so `ne Woche mit: Ok, kann sein, dass ich mich
jetzt umbringe.“

Auch Kelvin hat schon einige Substanzen ausprobiert. Zur
Selbsttherapie. Der 33-Jährige leidet an Depressionen und bisher hat
kein Medikament richtig gewirkt. Ohne Cannabis oder andere illegale
Substanzen wäre sein Leben oftmals die Hölle, sagt er. Er steht mit
seinem Konsum immer auch mit einem Bein im Knast. Deshalb wünscht er
sich eine andere Drogenpolitik. Eine Entkriminalisierung der
Konsumenten sei längst überfällig.

In der Rabiat-Reportage „Drogenrepublik Deutschland“ geht Anne
Thiele der Frage nach, warum Menschen Drogen nehmen. Ist der
chemische Rausch immer nur schlecht? Können Drogen gar
verantwortungsvoll genommen werden, vielleicht sogar bereichernd
sein? Wie gefährlich sind Drogen und welche Folgen hat der
Drogenkonsum?

Stabliste:
Autorin: Anne Thiele
Kamera: Andy Lehmann, Matthias Bähr
Ton: Volker Wendisch, Julian Kiesche
Schnitt: Christof Kette
Producer: Manuel Möglich, Christian Tipke
Produktionsleitung: Michael Kappler
Redaktion: Susanne Brahms (Radio Bremen)
Leitung: Thomas von Bötticher (Radio Bremen)

Eine Produktion der Sendefähig GmbH im Auftrag von Radio Bremen
für Das Erste © 2018

Rabiat – neues junges Reportageformat von Radio Bremen

Radio Bremen wird rabiat. Der Sender bringt ein Reportageformat
ins Erste, das jungen Reporterinnen und Reportern die Möglichkeit
gibt, ihre Geschichte für ein großes Fernsehpublikum zu erzählen. Die
Autorinnen und Autoren veröffentlichen ihre Reportagen seit knapp
zwei Jahren als „Y-Kollektiv“ (https://www.youtube.com/y-kollektiv)
für funk, das Contentnetzwerk von ARD und ZDF. Sie sind preisgekrönt,
nominiert, mindestens aber auffällig. Journalistinnen und
Journalisten mit Haltung und Tiefgang im On, die auch mal voll in die
Kamera sprechen. Öffentlich-rechtliche Werte hat das Team
verinnerlicht, doch die Schmerzgrenze liegt woanders. Der Fokus
richtet sich auf die teilnehmende Beobachtung, das Kennenlernen, das
Erleben. In den sechs Reportagen der Staffel, die ab dem 30. April
2018 immer montags um 22:45 Uhr im Ersten laufen, sind sie ganz nah
dran; ob bei einem Koks-Deal, als Zielscheibe eines Shitstorms im
Netz oder bei einer Partynacht im SM-Club. Die Macherinnen und Macher
werden mit ihrer subjektiven Erzählweise Zuschauerinnen und
Zuschauern auch mal vor den Kopf stoßen. Sie bauen Klischees in den
Filmen auf, um sie postwendend zu brechen. Neue Sichtweisen sollen
sich eröffnen. Die Filme wollen, sollen, ja sie müssen polarisieren,
denn das macht gute Geschichten aus.

Die Pressemappe zum neuen Radio Bremen-Reportageformat „Rabiat“ im
Ersten kann beim

– Pressedienst Radio Bremen (http://ots.de/VZptLZ) und
– Pressedienst Das Erste (https://presse.daserste.de/) und
– bei der Radio Bremen Presse/ÖA
(Tel.: 0421/246-41050, presseinfo@radiobremen.de)

abgerufen werden.

Die Fotos sind bei ARD Foto (http://www.ard-foto.de/) und der Film
im Vorführraum des Pressedienstes Das Erste
(https://presse.daserste.de/pages/vorfuehrraum/liste.aspx) abrufbar.

Pressekontakt:
Radio Bremen
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Diepenau 10
28195 Bremen
0421-246.41050
presse.pr@radiobremen.de
www.radiobremen.de

Original-Content von: Radio Bremen, übermittelt durch news aktuell

veröffentlicht von am 27. Apr 2018. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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