neues deutschland: Schriftstellerin Rosemarie Schuder verstorben





Die Schriftstellerin Rosemarie Schuder ist tot. Sie
starb bereits am 6. Mai in Berlin, wie die in Berlin erscheinende
Tageszeitung “neues deutschland” am Freitag von ihrem Verleger
erfuhr. Schuders Bücher erlebten eine Millionenauflage, darunter ihre
Künstler-Romane über Michelangelo, Hieronymus Bosch und Botticelli.
Sie gehörte zu den meist gelesenen und beliebtesten
Schriftstellerinnen in der DDR. Rosemarie Schuder wurde am 24. Juli
1928 in Jena als Tochter des Dramatikers Kurt Schuder und seiner
gleichfalls literarisch tätigen Frau Else geboren. Zunächst
journalistisch für die »Tägliche Rundschau« und die »Neue Zeit«
tätig, erlangte sie Anerkennung und Popularität durch
gesellschaftskritisch angelegte historische Romane wie über das
Täuferreich zu Münster in den 1530er Jahren. Mit dem die Shoah
überlebenden Publizisten und Berichterstatter von den Frankfurter
Ausschwitzprozessen Rudolf Hirsch, den die Christdemokratin 1958
geheiratet hatte, verfasste sie das Standardwerk »Der gelbe Fleck.
Wurzeln und Wirkungen des Judenhasses in der deutschen Geschichte«,
für das beide 1988 mit dem Nationalpreis der DDR geehrt wurden. In
den letzten Lebensjahren trat Rosemarie Schuder mit Biografien über
zu Unrecht vergessene Akteure des 19. Jahrhunderts hervor, so über
Bismarcks Gegenspieler und Streiter gegen Antisemitismus Eduard
Lasker und Ludwig Bamberger. Ihr letztes Buch widmete sie Luthers
radikalem Doktorvater Andreas Bodenstein aus Karlstadt (2016).

Pressekontakt:
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veröffentlicht von am 11. Mai 2018. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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