neues deutschland: Literaturwissenschaftler Jan Knopf: Brecht könnte schon Silvester 1932/33 vom bevorstehenden Reichstagsbrand gewusst haben





Der Dichter und Dramatiker Bertolt Brecht könnte
nach Ansicht des Brecht-Forschers und -Biografen Jan Knopf schon
frühzeitig vom bevorstehenden Reichstagsbrand oder einem ähnlich
gravierenden Ereignis gewusst haben. In einem Beitrag für die
Tageszeitung „neues deutschland“ (Donnerstagausgabe) verweist Knopf
darauf, dass zu den Gästen, mit denen Brecht in seiner Berliner
Wohnung die Silvesternacht 1932/33 verbrachte, auch
Rechtsnationalisten und Parteigänger der Nazis gehörten. Durch die
Aufzeichnungen des mit Brecht befreundeten marxistischen Soziologen
Fritz Sternberg ist das seit Langem bekannt – allerdings ohne dass
„diese dubiose Verschwörerrunde bis dato nach ihrer möglichen
Bedeutung befragt“ worden wäre, so Knopf. Aus seinem Quellenstudium
rekonstruiert Knopf, dass Brecht unmittelbar nach dieser Nacht damit
begonnen habe, für sich und seine Angehörigen die Flucht aus
Deutschland vorzubereiten. Am 28. Februar, dem Tag nach dem
Reichstagsbrand, verließ der Dichter schließlich das Land. Falls
Brecht tatsächlich bereits zum Jahreswechsel 1932/33 über das
bevorstehende Ereignis informiert worden sei, resümiert Knopf, dann
könne auch „die Mär, die Nazis hätten mit dem Reichstagsbrand nichts
zu tun gehabt (außer ihn zu ,nutzen–), nicht weiter aufrecht erhalten
werden“.

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veröffentlicht von am 28. Dez 2017. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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