Neue OZ: Neue OZ – Interview Medien mit Axel Petermann, Profiler und “Tatort”-Berater





Profiler Petermann: Schweigers “Tatort” ist
irrealer Quatsch

Profi findet Krimis “völlig daneben” – Lob für Dortmunder
Fernseh-Fahnder Faber – Rat an Drehbuchautoren: An der Wirklichkeit
orientieren

Osnabrück. Der Bremer Fallanalytiker und langjährige
“Tatort”-Berater Axel Petermann hält wenig von Til Schweiger in der
Rolle des Hamburger TV-Ermittlers Nick Tschiller: “Der macht zwar
sehr viel Action, aber er ist kein ,Tatort—Kommissar. Was er da
veranstaltet, ist total irrealer Quatsch. Völlig daneben”, sagte der
61-Jährige der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Samstagausgabe).
“Ziemlich gut” findet Deutschlands bekanntester Profiler hingegen
Jörg Hartmann in der Rolle des Dortmunder “Tatort”-Kommissars Peter
Faber: “Der ist zwar ziemlich durchgeknallt und überkandidelt, aber
bringt in Ansätzen die Methodik der Fallanalyse rüber.” Insgesamt
sieht der Profi den Krimiklassiker im Ersten eher als unrealistisch
an: “Bei den meisten ,Tatorten– haben die Ermittler immer viel zu
schnell die richtige Fährte. Die müssten auch mal richtig gegen die
Wand laufen, sich in falschen Fährten verlieren, so wie es auch in
der Realität ist.” Petermann, der am Freitag in den Ruhestand
verabschiedet wurde, rät den Drehbuchautoren zu mehr Orientierung an
der Wirklichkeit: “Man kann sich so vieles ausdenken, aber die
Realität schreibt einfach die besten Fälle. Das erlebe ich bei meinen
Beratungen immer wieder. Für mich ist ein realer Fall immer eine gute
Grundlage, dass dieser dann dramaturgisch bearbeitet werden muss, ist
klar. Aber ich kann nicht verstehen, weshalb immer so krampfhaft
experimentiert wird. Das wirkt für mich meistens irreal und
gekünstelt.” Er selbst werde auch im Ruhestand weiter ermitteln,
sagte Petermann weiter: “Es gibt Anfragen von Hinterbliebenen, die
nicht verstehen können, wie und warum ein ihnen lieb gewesener Mensch
gestorben ist, und mich anfragen, ob ich ihnen nicht bei der
Aufklärung des Rätsels helfen kann. Damit werde ich mich zukünftig
sehr intensiv beschäftigen, auch wenn ich dem Leid dadurch vielleicht
wieder viel näher komme.” Er, so Petermann, wolle “diesen Menschen
helfen, weil ich weiß, was es bedeutet, auf existenzielle Fragen
keine Antworten zu bekommen.”

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

veröffentlicht von am 31. Mai 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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