Neue OZ: Kommentar zum Buchhandel





Lesen bleibt hochattraktiv

Wie erfreulich, wenn sich düstere Ahnungen oder Unkenrufe als
unzutreffend erweisen. Gerade kleinere Buchhändler haben vom
Weihnachtsgeschäft profitiert, und das nicht nur, weil es am Tag vor
dem Heiligen Abend zu spät für den Internet-Versandhandel war. 1,2
Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr belegen eindrucksvoll: Bücher sind
nach wie vor hochattraktiv als Geschenk. Das Lesen bleibt eine
beliebte Freizeitbeschäftigung trotz ständig nachwachsender
Konkurrenz auf dem Bewegtbildmarkt.

Erstaunlich beim Überangebot von Filmen aller Art: die anhaltende
Lust am Lesen als Rückzug in innere Fantasieräume, in denen die
Bilder selbstständig hergestellt werden müssen. Vielleicht spüren
viele vom hohen Tempo unserer Tage bedrängte Menschen, dass das Lesen
eine der wenigen Nischen ist, die endlich ein höchst individuelles
Tempo erlauben. Wer liest, führt selbst Regie im Zeitablauf des
inneren Films, selbst wenn der Buchautor mit seiner Dramaturgie
selbstverständlich dabei ein Wörtchen mitzureden hat. Das kann manche
innere Ordnung zurechtrücken, die im Stakkato der Außenreize aus den
Fugen geraten ist. Lesen ist also kein Luxus, sondern Gegengewicht
und heilsames Korrektiv.

Christine Adam

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

veröffentlicht von am 30. Dez 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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