Neue OZ: Kommentar zu Standort für Kunst von Sinti und Roma





Kernqualifikation der Globalisierung

Eine Galerie-Gründung ist nicht zuletzt eine geschäftliche
Angelegenheit; bei allem Engagement dahinter steht sie nicht im
Verdacht der menschelnden Wohltätigkeit. Dass in Berlin nun ein
Standort für Kunst von Sinti und Roma entsteht, ist denn auch alles
andere als die symbolische Wiedergutmachung für eine Geschichte der
Ausgrenzung und Verfolgung.

Im Gegenteil: Über Jahrhunderte haben die Ethnien in
unterschiedlichen Kulturen gelebt; ihre Tradition war damit schon
immer von den Notwendigkeiten geprägt, die heute die
Globalisierungsdebatte bestimmen: von einer doppelten Befähigung zu
Anpassung und Selbstbehauptung. Diese Vermittlung zwischen Eigenem
und Fremdem wird in einer immer schneller zusammenwachsenden Welt zur
Kernqualifikation.

Kultur macht die Reibung widerstrebender Kräfte kommunizierbar.
Sinti und Roma sind Experten dafür. Die Galerie für ihre Kunst ist
dabei nur ein Mosaikstein in einem großen Bild: Ob es türkische,
russische oder Sinti-Biografien sind, die den Kulturbetrieb prägen:
Migration ist immer seltener das Problemthema der Kunst und immer
öfter ihre produktive Grundlage.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

veröffentlicht von am 26. Apr 2011. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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