Neue OZ: Kommentar zu Musik/Oper





Die fixe Idee vom politischen Musiktheater

Ob die Musikwelt will oder nicht: Der Diskussion um das Verhältnis
von Wagner und Nationalsozialismus kann sie nicht entkommen – und
darf sie auch gar nicht. Die Frage ist nur, wo sie ausgetragen wird:
Die Bühne ist nicht immer der richtige Ort dafür.

Ohnehin sind wir es leid, SS-Uniformen, Hakenkreuze und Nazifahnen
auf der Bühne zu sehen. Wenn es schon sein muss, dann bitte schön so
intelligent und dramaturgisch zwingend wie in Stefan Herheims
Bayreuther „Parsifal“: Dort waren Werk- und Zeitgeschichte so eng
verwoben, dass sich der grelle, böse Akzent zum Ende des zweiten
Aktes als Notwendigkeit ergeben hat.

Im Falle des Düsseldorfer „Tannhäuser“ ist es wohl eher so, dass
eine fixe Idee zur Basis einer plakativen Inszenierung geworden ist.
Will man sich als Haus und als Regisseur ins Gespräch bringen, mag
dieser Ansatz nachvollziehbar sein. Der Sache an sich dient er aber
nicht: Die Thesen des Komponisten-Enkels Gottfried Wagner scheinen da
eine weitaus wertvollere Diskussionsgrundlage zu sein.

Ralf Döring

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

veröffentlicht von am 5. Mai 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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