Neue OZ: Kommentar zu Musik / Oper





Die Staatsoper rüstet auf

Die Staatsoper Unter den Linden wird nicht nur saniert: Sie rüstet
auf. 300 Vorstellungen pro Jahr: Das heißt, es wird, abgesehen von
ein paar Wochen Theaterferien, kaum einen vorstellungsfreien Abend
geben. Und das in einer Stadt, in der ja bekanntermaßen drei
Opernhäuser um Aufmerksamkeit und Publikum buhlen.

Dabei ist die Staatsoper ohnehin mehr als prima inter pares im
Konzert der Berliner Musiktheaterbühnen. Sie hat sich die Position
der Leitwölfin erkämpft: dank des charismatischen Daniel Barenboim
und dank einer Spielplanpolitik, die den Schulterschluss mit dem
Boulevard nicht scheute, indem Regiefremdlinge Dörrie und Eichinger
inszenieren durften oder Stars wie Netrebko und Villazón ans Haus
geholt wurden.

Die Komische Oper ist damit in der Vergangenheit ganz gut
klargekommen und kann sich in den kommenden drei Jahren als Opernhaus
im Herzen Berlin zusätzlich profilieren. Dem Sorgenkind Deutsche Oper
aber sitzt ab nächster Spielzeit der Leitwolf direkt vor der Nase –
höchste Zeit für das größte der drei Berliner Opernhäuser, mit Biss
ums Publikum zu kämpfen. Sonst reklamiert der neue Nachbar die
begehrte Beute für sich – und nimmt sie nach drei Jahren womöglich
mit ins renovierte Heim.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

veröffentlicht von am 21. Jun 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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