Neue OZ: Kommentar zu Musik





In Würde getrennt

Es wird nicht mehr nachgetreten in München, zum Glück. Stattdessen
verbringen die Philharmoniker und Thielemann ihre verbleibende
gemeinsame Zeit in Würde. Wie ein Elternpaar, das höflich miteinander
umgeht, obwohl die Scheidung beschlossene Sache ist. Schließlich soll
die Trennung ja nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden.

Auch im Falle der in die Brüche gegangenen Ehe zwischen Thielemann
und dem Münchner Orchester gibt es Leidtragende: in erster Linie das
Publikum, das ein Paar verliert, das Konzerte zu Sternstunden machen
konnte. Dafür wird es in der kommenden Saison reichlich entschädigt.
Aber dass Intendant Paul Müller mit Namen wie Mehta und Gergiev
glänzen kann, ist das Ergebnis einer fruchtbaren Orchesterarbeit –
auch der Thielemanns. Denn Maestri dieser Kategorie kommen nur dann
für längere Zyklen, wenn die Qualität des Orchesters stimmt. Hier hat
Celibidache wichtige Aufbauarbeit geleistet, die Thielemann
fortgeführt hat. Maazel hingegen wird nur ein Interimsdirigent sein;
das hat er von Anfang an deutlich gemacht. Die Suche an der Isar geht
weiter.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

veröffentlicht von am 3. Feb 2011. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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