Neue OZ: Kommentar zu Mohammad Rasoulof und Asghar Farhadi/Iran





Kaum berechenbar

Ist der eine Regisseur dem Regime genehm, der andere nicht? Der
Iran behandelt seine Filmemacher jedenfalls auffällig ungleich.
Mohammad Rasoulof wird mit einem faktischen Reiseverbot belegt,
Asghar Farhadi für den Oscar vorgeschlagen. Dahinter steckt jedoch
keine Schlamperei, sondern eher Methode.

Denn mit dieser Praxis macht sich das Regime für seine
Kulturmacher unberechenbar. Kein Kreativer weiß, wie die Machthaber
auf sein Schaffen reagieren werden. Verbot oder Förderung? Die
Willkür der Entscheidung erhöht den Druck. Autoritäten, die so
gegensätzlich entscheiden, lassen sich nicht auf Kriterien festlegen.
Damit erhöhen sie den Druck.

Gleichzeitig wirken die beiden Entscheidungen in Sachen Rasoulof
und Farhadi aber auch wie das Abbild einer gespaltenen Gesellschaft.
Hier die Unterstützung der Kultur, dort ihre Behinderung: Der
aktuelle Film wird zum Gradmesser eines gesellschaftspolitischen
Klimas. Auch das ist eine Wirkung von Kultur.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

veröffentlicht von am 30. Sep 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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