Neue OZ: Kommentar zu Kunst / Fälschungen





Forschung ist am Zug

Ein gefälschtes Bild in der Schausammlung – das ist der Albtraum
aller Museumsleute. In Osnabrück ist er Wirklichkeit geworden. Ein
Vorwurf ist dennoch niemandem zu machen. Die Fälscher ahmten nicht
nur geschickt den Stil Nussbaums nach, indem sie auch die technischen
Schwächen des Malers kopierten. Sie fingierten zudem eine Provenienz,
die passgenau auf die Eigenheiten von Nussbaums Biografie abgestimmt
war. Darin steckt ebenso viel Raffinesse wie kriminelle Energie.

Der ärgerliche Fall hat allerdings auch sein Gutes. Fälscher
werden nur dort aktiv, wo es um wichtige Künstler und ihre
geschätzten Werke geht. Der nachgemachte Nussbaum zeigt deutlich, wie
sehr die echten Bilder des Malers in der allgemeinen Wertschätzung
gestiegen sind. Das verpflichtet allerdings auch zu einem
sorgfältigeren Umgang mit dem OEuvre des Holocaust-Opfers.

Über den derzeit laufenden Echtheits-Check hinaus sollte die
Vorgeschichte der Gemälde weiter erforscht, noch eingehender der
tatsächliche Umfang von Nussbaums Gesamtwerk bestimmt werden. Reicht
der bislang vorliegende Katalog? Oder wird nicht ein kritisches
Werkverzeichnis benötigt? Jetzt ist die Forschung am Zug. Vielleicht
bringt sie ganz neue Aufschlüsse.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

veröffentlicht von am 22. Jun 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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