Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Stadtschloss / Berlin





Riss im Fundament

Es ist nur ein Ja zur Kuppel, aber es ist überhaupt erst einmal
ein unmissverständliches Ja. Auch wenn Kulturstaatsminister Bernd
Neumann lediglich in einer Frage von vergleichsweise kosmetischer
Relevanz Position bezieht – jede klare Aussage tut dem künftigen
Berliner Stadtschloss gut. Oft beschworen, zuletzt aber erst einmal
verschoben: Das monströse Rekonstruktionsprojekt scheint ebenso
bedeutungsvoll wie ungeliebt zu sein. Kein Wunder. Die Idee des
Humboldt-Forums bleibt bislang vage. Genau da liegt das Problem. Die
meisten Menschen sehen in dem künftigen Schlossbau nur den massigen
Klotz, aber nicht die strahlende Vision. Der Konflikt zwischen
historischer Hülle und futuristischem Inhalt ist kaum aufzulösen. Ein
fataler Riss im Fundament der ideellen Begründung des Projekts.

Zudem erinnert die Summe der Baukosten an den Betrag, der für die
Hamburger Elbphilharmonie zu berappen sein wird. Das Konzerthaus
spaltet längst die Kulturöffentlichkeit. Das Stadtschloss gerät in
Gefahr, für ähnliche Kontroversen zu sorgen. Sinnlose Klotzerei hilft
nicht. Das ganze Projekt macht derzeit einfach zu wenig Sinn.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

veröffentlicht von am 30. Dez 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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