Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Museen / Plattdeutsch





Kiek op Platt

Erst Platt gucken, dann Platt schnacken? Das Landesmuseum
übersetzt seinen Audioguide ins Plattdeutsche. Die Hoffnung dahinter:
Wenn der ein oder andere mal wieder ein paar Mundart-Wendungen hört,
dann benutzt er sie vielleicht auch selbst. Zumindest verbessert er
sein Hörverständnis.

Der Ansatz ist aller Ehren wert. Noch sinnvoller wäre es
natürlich, wenn das Projekt auch zum Zählen genutzt würde: Wie viele
Museumsbesucher machen von dem Angebot denn auch tatsächlich
Gebrauch?

Womöglich stellt sich am Ende heraus, dass die Leute selbst beim
Zuhören auf das bequemere Hochdeutsch setzen. Dann hätte das Projekt
nur einen traurigen Symbolcharakter. Als gut gemeinte Aktion, die
unfreiwillig demonstriert: Je mobiler die Gesellschaft wird, desto
schneller wird die Mundart, zum Museumsstück.

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

veröffentlicht von am 9. Aug 2012. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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