Neue OZ: Kommentar zu Fernsehen / Humor / Loriot





Ein Lob auf den Clown

Zwei Gedanken zum Tod von Loriot – Nummer eins: Der Komiker hat
den großen Auftritt gemieden. Wäre es möglich, den eigenen Nachruf zu
lesen, hätte er sich über jeden Anflug von Heiligenverehrung
erbarmungslos lustig gemacht. Man sollte ihn nicht posthum mit
falschen Superlativen in Verlegenheit bringen.

Zu den Leistungen Loriots gehört es, die Nation vom Wert der Komik
überzeugt zu haben. Dass die Rolle des Clowns im Kulturbetrieb
zumindest ein bisschen aufgewertet wurde, verdanken wir ihm. Das
macht man ohne Not kaputt, wenn man Loriot als einzigen lustigen
Deutschen apostrophiert, ihn gegen die Comedy-Szene ausspielt und
seinen feinen Humor von angeblich plumpen Gags unter der Gürtellinie
abgrenzt.

Auch grobe Witze sind wertvoll und wichtig; einige der besten
Zoten stammen von Loriot. Dass er sie reißen konnte, liegt auch
daran: In den 60ern erlaubten öffentlich-rechtliche Sender es ihren
Künstlern noch, eine Doku-Reihe über Cartoons gegen alle Absprachen
zum Sketch-Format umzudefinieren. Daran dürfte die ARD gern
anknüpfen; wie gesagt: Auch nach Loriot gibt es gute Komiker.

Gedanke Nummer zwei: Auch wenn das alles noch so sehr stimmt –
Loriot war doch der Allergrößte, und ohne ihn ist die Erde ein
schlechterer Ort!

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: 0541/310 207

veröffentlicht von am 23. Aug 2011. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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