Neue OZ: Interview Medien mit Fahri Yardim, Schauspieler





Fahri Yardim: Liebeserklärung an die Lehrer

Schauspieler hat in der Schule “wahnsinnig positive Erfahrungen
gemacht” – Zwei Hamburger “Tatort”-Folgen pro Jahr im Visier

Osnabrück. Schauspieler Fahri Yardim (“Tatort”) macht den Lehrern
seiner Schulzeit eine Liebeserklärung: “Ich habe mit meinen Lehrern
wahnsinnig positive Erfahrungen gemacht, von der ersten Schulstunde
bis zur letzten hatte ich großes Glück mit ihnen”, sagte der
34-Jährige der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (Samstagausgabe). “Jede
und jeder einzelne war für mich ein zeitgemäßes Glück. Ich habe schon
früh ein empathisches Verhältnis zu ihnen entwickelt und habe sie nie
als meine Feinde empfunden, sondern konnte ihre Perspektive immer gut
nachvollziehen.” Seine Lehrer seien “durch die Bank großartig”
gewesen, fügte er hinzu: “Was sie alle verbunden hat, war ein tiefer
Humanismus, das ist hängen geblieben. Da wurde dem Leistungsprinzip
einer marktwirtschaftlichen Gesellschaft ein soziales und
menschliches Bild entgegengestellt. Das ist so nachhaltig in jede
meiner Poren eingedrungen, dass ich sentimental werde, wenn ich an
sie denke.” Obwohl er als Schauspieler mittlerweile längst Karriere
gemacht hat, will Fahri Yardim es deshalb nicht ausschließen, selbst
einmal als Lehrer zu arbeiten: “Wenn ich noch einen Quereinstieg
hinkriegen würde, könnte ich es mir immer noch vorstellen.” Ebenso
ist es für ihn allerdings auch vorstellbar, künftig mehr als nur eine
Hamburger “Tatort”-Folge pro Jahr zu drehen: “Mir sind die Lücken
zwischen zwei ,Tatorten– zu groß, schon weil es wahnsinnig viel
Freude bringt, Yalicin Gümer zu spielen,” bekannte der Partner von
Til Schweiger. Durch seine Rolle sei er mittlerweile “auch ein
bisschen zum ,Tatort—Gucker geworden und finde seine Diversität
großartig.” Obwohl er in Hamburg geboren wurde, als
“Tatort”-Kommissar ermittelt und zum Fan des FC St. Pauli wurde, hat
es den Schauspieler nach Berlin verschlagen: “Wenn du in Hamburg
denkst, du seist ein kleiner Hengst geworden, stutzt dich Berlin
wieder zurecht. Berlin ist nach wie vor die einzige Punkrock-Stadt,
die sich mit ihrer brachialen Berliner Schnauze gegen all die
hässlichen Veränderungen wehrt. Berlin bleibt dreckig, und T-Shirts
wie ,Du hast Angst vorm Hermannplatz– kitzeln mich. Die Anti-Stadt
gegen das Establishment – das, wovor die Münchner Angst haben.” In
Anspielung auf den Kinofilm “Guardians oft the Galaxy”, für den er
den schießwütigen Waschbären Rocket Racoon synchronisierte, sagte
Yardim, auch in ihm stecke manchmal ein kleiner Wüterich. Der komme
beispielsweise zum Vorschein, “wenn ich Neonazis auf den Straßen
marschieren sehe, geschützt von Polizisten, in einem Land, in dem ich
zumindest eine Mitverantwortung gegen das Vergessen trage. Aber auch
die kleinen Dinge können mich aus dem inneren Lotussitz hauen, wenn
ich die Bahn verpasse oder mir das Kaugummi aus dem Mund fällt.”

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

veröffentlicht von am 23. Aug 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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