Neue OZ: Interview Medien mit der Schauspielerin Karoline Herfurth





Karoline Herfurth: Besetzte Häuser waren mein
Kinderparadies

Klage über schrumpfende Freiräume von Kindern – Spannung vor “Fack
ju Göhte 2″

Osnabrück.- Karoline Herfurth (“Fack ju Göhte”) beklagt die
schrumpfenden Freiräume von Kindern. “Bei uns war es völlig
selbstverständlich, dass man ab der zweiten, spätestens ab der
dritten Klasse allein zur Schule gefahren ist und dabei noch die
kleinen Geschwister im Gepäck hatte”, sagte sie der “Neuen
Osnabrücker Zeitung” (Samstag). “Nachmittags ist man mit Freunden
rumgestromert und hatte dabei einen riesigen Radius. Da wussten die
Eltern eben nicht so genau, wo man gerade war. Alle fanden das ganz
normal.”

Für die im Nachwende-Berlin aufgewachsene Schauspielerin waren die
besetzten Häuser das Paradies: “Wir waren oft in Prenzlauer Berg, wo
damals noch überall diese Punkhäuser waren. In der Dunckerstraße
waren relativ viele besetzte Häuser. Die haben wir natürlich mit
Begeisterung durchstromert. Da sind wir bis auf die Dächer rauf.”
Angst vor den Punks hatte sie schon damals nicht: “Als Kind hab ich
die als sehr behütend wahrgenommen. Wir mussten uns an den Punks
vorbeischleichen, aber nicht, weil sie unfreundlich zu uns gewesen
wären. Sie wollten uns einfach aus einem sehr vernünftigen
Beschützerinstinkt heraus nicht aufs Dach lassen – zu Recht, das war
ja auch gefährlich”, sagte die 30-Jährige. “Angst hatten wir
höchstens vor den Hunden, aber meistens waren auch die sehr
kinderlieb. Die Häuser waren das reine Kinderparadies, sehr bunt,
überall gab es was zu sehen. Schade, dass es das heute nicht mehr
gibt.”

Die freie Pädagogik ihrer Kindheit sieht Herfurth auch im
Kinderfilm “Rico, Oskar und die Tieferschatten” verwirklicht, der ab
dem 10. Juli im Kino zu sehen ist: “Ich finde darin eine These
wieder, die ich aus der Sozialisationstheorie kenne: Ein Kind braucht
eine Person, die verrückt nach ihm ist, um eine stabile Sozialisation
ermöglicht zu bekommen. Egal ob Mann, Frau, Vater oder Mutter.” Ob
die Schauspielerin selbst inzwischen Mutter ist, lässt sie weiterhin
offen: “Ich sage grundsätzlich nichts dazu.” Ihre Diskretion
begründet sie auch mit dem Erfolg der Komödie “Fack ju Göhte”: “Es
ist definitiv so, dass ich viel mehr erkannt und angesprochen werde.
Mein privater Radius ist deutlich enger geworden. Beruflich ist es
total toll, privat hat es Auswirkungen, die ich beachten muss.”

Nachdem der Film von Bora Dagtekin über sieben Millionen Zuschauer
ins Kino gelockt hat, soll es bald eine Fortsetzung geben. Ob
Hilfslehrer Zeki dabei vor den Schülern zurück ins Gefängnis flieht,
beschäftigt auch Hauptdarstellerin Herfurth alias Referendarin Lisi
Schnabelstedt: “Wenn ich das nur wüsste! Ich frage Bora Dagtekin, den
Autor und Regisseur, wöchentlich. Aber es weiß noch niemand, wann wir
drehen und was passiert. Ich bin genauso neugierig wie alle anderen –
und weiß noch nicht mal, wie viel von Lisi Schnabelstedt zu sehen
sein wird.”

Pressekontakt:
Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

veröffentlicht von am 5. Jul 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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