Musikalische Bildung in Gefahr: Jahressteuergesetz 2013 sieht vor Bildungseinrichtungen zu besteuern / Studie der SOMM belegt Relevanz der privaten Musikschulen in Deutschland





Das Bundesfinanzministerium hat mit dem Entwurf des
Jahressteuergesetztes 2013 eine Einführung von 19 Prozent
Umsatzsteuer für private Bildungseinrichtungen vorgesehen.
Leidtragende dieses Vorhabens wären in erster Linie Kultur- und
Bildungseinrichtungen sowie Bürgerinnen und Bürger in Deutschland,
die aufgrund dieser Besteuerung massive Streichungen von kulturellen
Angeboten hinnehmen müssten. Beispielsweise fallen private
Musikschulen, die von jedem zweiten Bundesbürger zum Erlernen eines
Instruments besucht werden, der Umsatzsteuereinführung zum Opfer,
kritisiert der Spitzenverband der Musikinstrumenten- und
Musikequipmentbranche Society Of Music Merchants e. V. (SOMM) am
Mittwoch in Berlin.

Laut einer aktuellen, noch unveröffentlichten repräsentativen
Studie zum Musizieren in Deutschland, die durch die Gesellschaft für
Konsumforschung (GfK) im Auftrag der SOMM durchgeführt wurde, haben
rund 60 Prozent der Personen, die jemals musiziert haben, das Spielen
eines Instruments im privaten Unterricht erlernt. Privater
Musikunterricht ist somit das am meisten genutzte Ausbildungsangebot.
„Dadurch dass allgemeinbildende Schulen ihrem Auftrag der
musikalischen Bildung als Teil der ganzheitlichen Bildung nicht mehr
nachkommen (können), greifen immer mehr Bürgerinnen und Bürger auf
privaten Musikunterricht zurück, um Kindern und Jugendlichen einen
Zugang zu Musik und kulturellen Bildungsangeboten zu verschaffen.
Streichen wir genau an dieser Stelle die Umsatzsteuerbefreiung,
sorgen wir langfristig dafür, dass eine flächendeckende Versorgung
mit entsprechenden Angeboten nicht mehr gegeben ist und somit das
Bildungsniveau in Deutschland sinken wird“, so SOMM-Geschäftsführer
Daniel Knöll.

Als Spitzenverband der Musikinstrumenten- und
Musikequipmentbranche betrachtet die Society Of Music Merchants e. V.
Bildung als Schwerpunkt ihrer Interessen und sieht darüber hinaus das
„aktive Musizieren“ als einen elementaren Bestandteil ganzheitlicher
Bildung. Musizieren prägt nachweislich soziales Verhalten, fördert
die Intelligenz und ist zudem integratives Mittel. Musik ist
elementare Ausdrucksform und Kompetenz des Menschen und gehört neben
der Sprache und den bildendenden Künsten zu den wichtigsten
Kommunikationsformen. „Wird nun noch zusätzlich die Besteuerung von
privaten Bildungseinrichtungen eingeführt, während an deutschen
Schulen weiter der Musik- und Kunstunterricht von den Lehrplänen
verschwindet, käme dies einer verordneten Volksverdummung gleich“
sagt Knöll.

Zu teurer Instrumentalunterricht wird schon jetzt von Jüngeren und
Personen aus einkommensschwächeren Haushalten – neben dem Aspekt
Zeitmangel – als häufigster Hinderungsgrund für das Erlernen eines
Instruments angegeben, so das Ergebnis der SOMM-Studie zum Thema
Musizieren. „Die Einführung einer Besteuerung führt also nicht nur zu
einer Dezimierung beliebter und intensiv genutzter Bildungsangebote,
sondern bedeutet auch, dass aufgrund finanzieller Hürden noch weniger
Menschen ihrem Interesse am aktiven Musizieren nachgehen können.
Musizieren wird so für viele Menschen unerschwinglich und zum
Luxusgut. Das würde auch bedeuten, dass der Bildungs- und
Kreativstandort Deutschland in Gefahr ist“ so Knöll abschließend.

Über SOMM e. V.:

Der Verband SOMM – Society Of Music Merchants e. V. –
Spitzenverband der Musikinstrumenten- und Musikequipmentbranche in
Deutschland – vertritt die Interessen von 60 Unternehmen aus den
Bereichen Herstellung, Vertrieb, Handel und Medien aus der
Musikinstrumentenbranche, die rund zweidrittel des deutschen
MI-Marktes repräsentieren.

Der Verband vertritt national und europaweit die kulturellen und
wirtschaftlichen Interessen der Musikinstrumenten- und
Musikequipmentbranche mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit der
Branche in allen Marktbereichen zu stärken, die politischen und
rechtlichen Rahmenbedingungen den Anforderungen der Branche
entsprechend mitzugestalten, Marktstandards zu definieren und
Dienstleistungen für Mitglieder zu erbringen, eine zeitgemäße
musikalische Fort- und Weiterbildung zu fördern sowie das aktive
Musizieren und die Musikkompetenz in der Gesellschaft zu
intensivieren.

Pressekontakt:
SOMM e. V.
Daniel Sebastian Knöll
T: +49 30 8574748-0
F: +49 30 8574748-55
E: d.knoell@somm.eu

veröffentlicht von am 22. Aug 2012. gespeichert unter Musik. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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