Mona-Elena Weinhart, Wohin wir gehen, Gedichte





Aufrüttelnd und kritisch im Wechsel mit Überraschendem, nachdenklich und leise.
„Wohin wir gehen“ ist Lyrik mit klaren Aussagen, die jenseits der gängigen, sich selbst relativierenden Sichtweisen und Meinungen auch Kritik formuliert, die Verbindlichkeit beansprucht.
Warum in Form von Lyrik? Warum nicht? Warum nicht auch!

Lyrik fordert einen langsamen Blick, Reflexion, ein Innehalten und aktives Sich-Auseinandersetzen.
All dies sind Voraussetzungen für einen geschärften Blick auf die Welt.
Nicht zuletzt aber soll Lesen auch Vergnügen bereiten, überraschen, berühren und erstaunen.
Wenn man dann noch zu einigen richtigen Gedanken kommt, kann dies nicht schaden.

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Zeit

Die Zeit vergeht wie im Flug, sagst du.
Welch jämmerlicher Vorwand!

Fliege mit ihr.
Auf weiten Flammen wird sie dich tragen.
Um jede Sekunde des Jetzt zu trinken,
um den Augenblick zu schmecken,
das Heute zu fühlen und
zu denken.

Die Zeit vergeht wie im Flug, sagst du.
Randvoll ist dein Terminkalender,

nur dich selbst hast du vergessen einzutragen,
es war wohl nicht so wichtig.

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Erkennen

Die Ignoranz folgt selbstherrlich
den engen Wegen der Äußerlichkeiten.
Spaziergänger, die Schlachtfelder durchwandernd,
richten hier und da an den Kleidern der Toten.
Stolzer Beitrag – man tut etwas,
die Leichen sollen doch ordentlich aussehen.

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Als du mir sagtest

Als du mir sagtest,
freudestrahlend, glückselig,
dass ich dir alles gegeben habe,
erschrak ich.
Kreideweiße Gewissheit,
dass nichts mehr übrig ist,
es dir zu geben.

veröffentlicht von am 26. Apr 2013. gespeichert unter Allgemein, Literatur, Sonstige. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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