Mittelbayerische Zeitung: Mittelbayerische Zeitung (Regensburg) zum Thema Christentum in Deutschland:





Der Wallfahrtsort Lourdes verzeichnet bislang
69 kirchlich anerkannte Wunder. Das ist wenig angesichts von rund
7000 Heilungen, die seit der Marienerscheinung vor 160 Jahren
offiziell gemeldet wurden. Die Zahl ist sogar verschwindend gering
angesichts von über sechs Millionen Menschen, die alljährlich zur
Grotte pilgern. Die Erfolgsquote dieses Ortes ist also denkbar
gering. Ist es deshalb verrückt, dorthin zu pilgern? Nicht unbedingt.
Die Hoffnung, dass es eine höhere Macht gibt, die uns beschützt, für
Gerechtigkeit sorgt und im Notfall alle Gesetze der Vernunft und der
Physik überwindet, ist zutiefst menschlich. Auch Todkranke hoffen
noch, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. Und in Stunden der Not
schicken selbst Atheisten stumme Stoßgebete los. Weiß der Himmel, ob
es nützt. Es hilft in jedem Fall gegen das Gefühl der Ohnmacht. Mit
dem Glauben an Wunder, an Schutzengel und andere metaphysische
Erscheinungen ist es ungefähr so wie mit der Homöopathie: Wenn kleine
Milchzuckerkügelchen gegen Kopfschmerzen, Magenzwicken oder
Traurigkeit helfen, dann ist es eigentlich egal, ob ein Wirkstoff,
der Placebo-Effekt oder Selbstheilungskräfte dem Kranken auf die
Beine geholfen haben. Das Ergebnis spricht – immer vorausgesetzt,
dass kein Schindluder mit der Not getrieben wird – für sich.

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Mittelbayerische Zeitung
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veröffentlicht von am 20. Dez 2017. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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