Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu Missbrauch in der Kirche – von Christine Straßer





Mit Aktenstudium ist es nicht getan. Zumindest
das hat die Katholikentagsdiskussion zum sexuellen Missbrauch in der
Kirche gezeigt. Bei der Aufarbeitung des Skandals wäre es dringend
geboten, dass die deutschen Bischöfe in einen „strukturierten Dialog“
mit den Opfern treten, wie es Betroffeneninitiativen fordern. Noch
immer ist das Thema sexueller Missbrauch in der Kirche vielerorts ein
Tabu. Opfer, die den Mut finden, über das Schreckliche zu reden, das
ihnen wiederfahren ist, müssen gegen das Gefühl ankämpfen,
Störenfriede zu sein. Dabei müsste das Bemühen, ihr Leid zu lindern,
an erster Stelle stehen. Wenn die Betroffenen das Gefühl haben, dass
ihnen niemand zuhören will, dann ist das eine weitere Verletzung. In
den vergangenen vier Jahren ist innerhalb der katholischen Kirche
vieles in Gang gekommen, um die Achtsamkeit zu erhöhen. Dennoch ist
die Aufarbeitung erst am Anfang. Der Start eines Forschungsprojekts,
das sexuellen Missbrauch aufklären soll, gelang erst im zweiten
Anlauf und erst im März dieses Jahres. Über einen Beirat sollen
Betroffene bei der Interpretation der Ergebnisse einbezogen werden.
Ein guter Schritt. Aber besser wäre noch, auch das direkte Gespräch
von Bischöfen und Opfern in einem Dialogprozess zu führen.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

veröffentlicht von am 30. Mai 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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