Mittelbayerische Zeitung: Kommentar „Westliche Arroganz“ von Martin Anton zu Voluntourismus in der Karibik





Wohlstandskinder aus Europa verleihen ihrem
Abenteuerurlaub mit Freiwilligendiensten Sinn – sei es, um das
schlechte Gewissen zu erleichtern oder um dem Lebenslauf einen
interessanten Spiegelstrich hinzuzufügen. So oder so richten sie mehr
Schaden als Nutzen an. Da wäre der Eingriff in die Arbeitsmärkte:
Denn natürlich gibt es auch Krankenschwestern, Pfleger und Pädagogen
in Kambodscha und Ghana – die arbeiten aber nicht umsonst oder zahlen
gar noch drauf. Und wie arrogant ist es eigentlich zu glauben, man
könne ohne Ausbildung eine solche Arbeit machen? Weil es nicht
auffällt, wenn man in einem Entwicklungsland Mist baut? Oder weil ein
ungelernter Europäer jederzeit einen berufstätigen Asiaten ersetzen
kann? Hinzu kommt, dass gerade in Pflege- oder Betreuungsberufen die
langfristige Bindung zu den Menschen wichtig ist. Das war schon beim
Zivildienst ein Problem – und der dauerte immerhin ein Jahr. Das
System ist absurd. Stellen Sie sich doch die Situation andersherum
vor: Die eigene Oma im Pflegeheim wird alle paar Wochen von einem
asiatischen Touristen betreut.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

veröffentlicht von am 8. Jul 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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