Mittelbayerische Zeitung: Kommentar Mittelbayerische Zeitung (Regensburg) zu Missbrauchsfällen in der Odenwaldschule





Vor einem Jahr sind die ersten Missbrauchsfälle
ans Licht gekommen. Seitdem sind auf Worte wenig Taten gefolgt. Die
Opfer werden ungeduldig. Man hatte ihnen lückenlose Aufklärung
versprochen. Doch alles, was bislang an eckigen wie runden Tischen
passiert ist, lässt die Betroffenen enttäuscht zurück. Daher ist es
höchste Zeit, dass Geld fließt. Eine finanzielle Entschädigung ist
für die meisten Opfer der einzige Weg, wenigstens ein Stück
Gerechtigkeit zu erfahren. Auch wenn keine Summe das Leid aufwiegen
kann, das diesen Menschen widerfahren ist. Aber viele können nicht
mehr erleben, wie ihre Peiniger von einem Gericht für ihre Verbrechen
bestraft werden. Die Vorfälle sind längst verjährt. Viele Opfer
werden vom Täter auch keine Entschuldigung mehr hören. Diese sind
längst tot. Die Odenwaldschule, wie auch die Kirche, hat den Opfern
mit ihrem Weggesehen, Totschweigen und Vertuschen die Chance auf
Gerechtigkeit genommen. Deshalb müssen sie jetzt zumindest ein
Sühnezeichen setzen. Die Diskussionen, in welcher Höhe das geschehen
soll und der Streit über das Für und Wider dauern schon zu lange.
Immerhin: Die Kirche will im März über die Höhe der
Entschädigungszahlungen informieren. Hoffentlich werden dann auf
Worte auch endlich Taten folgen. Die Opfer haben schon zu lange auf
Gerechtigkeit warten müssen.

Pressekontakt:
Mittelbayerische Zeitung
Redaktion
Telefon: +49 941 / 207 6023
nachrichten@mittelbayerische.de

veröffentlicht von am 21. Feb 2011. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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