„Menschen bei Maischberger“ am Dienstag, 2. Juni 2015, 22.45 Uhr





Das Thema:

Motiv: Habgier

Juristen definieren Habgier als „rücksichtsloses Streben nach
Gewinn um jeden Preis“. Habgier ist eines der Motive, das im
Strafrecht ein Tötungsdelikt als Mord qualifiziert. Warum aber planen
und begehen unbescholtene Menschen plötzlich kaltblütig Verbrechen,
wenn sie sich beispielsweise finanziell übernommen haben? Warum geht
das Empfinden von Gut und Böse verloren?

Die Gäste:

Anke und Patrick Rexin (Mutter und Bruder eines Mordopfers)
Johannes Erlemann (Entführungsopfer) Yvonne Holthaus (Mutter wurde
ermordet) Dr. Sigrun Roßmanith (Psychiaterin) Axel Pütter
(Polizeihauptkommissar)

Anke und Patrick Rexin

Ein Mordkomplott aus Habgier und Heimtücke erschütterte 2012
Berlin, als die 21-jährige Pferdewirtin Christin erdrosselt
aufgefunden wurde. Die Polizei fand schnell heraus: Der Exfreund der
jungen Frau hatte einen Auftragskiller auf sie angesetzt. Zuvor hatte
er gemeinsam mit seiner Mutter heimlich acht Lebensversicherungen im
Wert von 2,4 Millionen Euro auf die junge Pferdewirtin abgeschlossen,
um nach ihrem Tod mit dem Geld einen Reiterhof zu kaufen. Vor wenigen
Wochen endete der aufsehenerregende Prozess. Der Richter sprach von
einer „abscheulichen Tat auf sittlich niedrigster Stufe“ und
verhängte lebenslange Haftstrafen. Anke und Patrick Rexin, die Mutter
und der Bruder des Opfers sprechen gemeinsam mit ihrem Rechtsanwalt
Michael Nitschke erstmals über das Verbrechen.

Johannes Erlemann

Sein Fall gehört zu den berühmtesten Entführungen der
Nachkriegsgeschichte: Der elfjährige Sohn eines Kölner
Unternehmensberaters wird im März 1981 auf dem Heimweg von drei
Männern gekidnappt. Das Motiv der Täter: Geldnot. Sie sperren den
Jungen 14 Tage lang in eine Holzkiste mitten im Wald. Nach einer
spektakulären Übergabe des Lösegeldes in Millionenhöhe wird Johannes
Erlemann frei gelassen, die Täter wenig später gefasst und zu
Haftstrafen verurteilt. Der heute 45-Jährige, der eine erfolgreiche
Kommunikationsagentur leitet, kann das Erlebte auch 34 Jahre nach der
Tat nicht vergessen: „Im Gegensatz zu den Tätern habe ich
lebenslänglich bekommen“, sagt er.

Yvonne Holthaus

Als die Heilpraktikerin 27 Jahre alt ist, wird ihre Mutter im
eigenen Haus Opfer eines grausamen Mordes. Wegen ihrer damaligen
Insolvenz und der Aussicht auf das Erbe gerät die heutige Autorin
selbst unter Verdacht. Doch dann stellt sich heraus: Ihr Vater, dem
sie bis dahin blind vertraut hat, war der Auftraggeber. Für 1000 Euro
lies der dreifache Familienvater seine Frau töten. „Sein Motiv war
schlicht, Geld zu sparen. Die Scheidung stand bevor, er wollte keinen
Unterhalt zahlen. Das gesamte Konzept meines Vater durchzog Geiz,
Habgier und Niedertracht.“

Dr. Sigrun Roßmanith

„Es ist ein menschlicher Wunsch, mehr zu sein und mehr zu haben
als andere. Das Mordmotiv Habgier ist daher kein seltenes“, sagt die
Psychiatern, die seit fast 20 Jahren auch als Gerichtsgutachterin in
Österreich arbeitet. Aufgrund ihrer Gespräche mit Mördern und
Mörderinnen kommt die Wienerin zu einer düsteren Erkenntnis: „Das
Böse steckt in jedem von uns und ist stets präsent.“

Axel Pütter

Ein Fall aus seiner Praxis: Eine Frau vergiftet zwei ihrer
Ehemänner, um an deren Lebensversicherung zu kommen. Nur durch Zufall
kommt die Kripo der Mörderin auf die Spur. „Habgier steckt bei vielen
Kapitaldelikten dahinter“, weiß der Polizeihauptkommissar und
langjährige Mordermittler. „Wenn wir wissen, dass dieses Motiv eine
Rolle spielt, schalten wir unsere Finanzermittler ein, die bei Banken
nachfragen, ob der Tatverdächtige verschuldet ist.“

Pressekontakt:
„Menschen bei Maischberger“ ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD,
hergestellt vom WDR in Zusammenarbeit mit der Vincent TV GmbH.

Redaktion: Klaus Michael Heinz (WDR)

Pressekontakt:
Agnes Toellner, Presse und Information Das Erste,
Tel: 089/5900 23876, E-Mail: agnes.toellner@DasErste.de
Felix Neunzerling, ZOOM MEDIENFABRIK GmbH,
Tel.: 030/3150 6868, E-Mail: FN@zoommedienfabrik.de
Fotos über www.ard-foto.de

veröffentlicht von am 29. Mai 2015. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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