Mehr als 27 Millionen Euro: Schiele-Weltrekord für Leopold
Museum-Landschaft – BILD





Wie erwartet erzielte das Top-Los der Sothebys
Frühjahrsauktion in London, Egon Schieles „Häuser mit bunter Wäsche“
am Mittwochabend einen Rekordpreis. Beeindruckende 27.635.665 Euro
(24.681.250 Pfund Sterling) war einem anonymen privaten Bieter das
herausragende Landschaftsbild von Egon Schiele (1890-1918) wert. Das
bedeutet Weltrekord für den Expressionisten Schiele und liegt über
dem unteren Schätzpreis von 25.300.000 Euro. Der bisherige Rekord lag
bei rund 22,5 Mio $ (2006). Die Leopold Museum-Privatstiftung hatte
das Werk zur Auktion frei gegeben, um die Kosten für den Vergleich in
der „Causa Wally“ (Vereinigte Staaten von Amerika gegen Bildnis
Wally, ein Gemälde von Egon Schiele) abzudecken. Die Entscheidung war
laut Dr. Elisabeth Leopold „schmerzlich, aber sie wurde für eine
richtige und gerechte Sache getroffen“.

Erlös von „Häuser mit bunter Wäsche“ für Abdeckung des
„Wally-Kredites“

„Man wird mit dem Weltrekordpreis von über 27 Mio. Euro nun die
kompletten Kosten des für „Wally“ aufgenommenen Kredites abdecken
können und auch weitere Vergleiche finanzieren, wir sind sehr
zufrieden damit“, erläuterte Leopold Museum-Managing Director Mag.
Peter Weinhäupl. Das 1914 entstandene Werk war der Star des Abends in
London. Das Los Nummer 9 zierte auch das Cover des Auktionskataloges.
In derselben Auktion wurden auch Werke von Renoir, Cézanne, Picasso,
Giacometti und anderen Meistern des Impressionismus und der
Klassischen Moderne versteigert.

Werk aus Sammlung Böhler –
Rudolf Leopold: intensive Farbigkeit als Sinnbild von Jugend

Das Bild „Häuser mit bunter Wäsche (Vorstadt II)“ stammte aus der
Sammlung des Industriellen Heinrich Böhler. Prof. Rudolf Leopold
hatte das Werk in 1952 von Böhlers Witwe Mabel erworben. Das Gemälde
zeigt zwei Häusergruppen. Während im Hintergrund beige-graue Felder
und in der Ferne Bergketten zu sehen sind, besticht im Vordergrund
die intensive Farbigkeit der mit bunter Wäsche behängten Leinen und
der vereinzelten Boote am Flussgestade. Prof. Rudolf Leopold hatte
angesichts der großartigen Häuserlandschaft eine brillante
Assoziation: „Mit der bunten, im Vergleich zum übrigen viel bewegter
anmutenden Wäsche, sind vielleicht Kinder und junge Menschen gemeint
in ihrem noch unbekümmerten Dasein. Altgeworden wohnen sie in ihren
Behausungen, auf engem Raum zusammengepfercht.“, schrieb der
Kunstsammler in seiner 1972 erschienenen Schiele-Monographie(Egon
Schiele. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen).

Krumauer Eindrücke und Seelenlandschaft

Das Bild steht in engem Zusammenhang mit den Krumauer Landschaften
des Künstlers. Unter dem Eindruck der Aufenthalte Schieles und Wallys
in der böhmischen Stadt Krumau entwickelte der Künstler seine nahezu
allegorischen Landschaften. Es sind keine reinen Stadtlandschaften,
sondern viel eher Porträts von alten Häusern. Laut Dr. Elisabeth
Leopold ist das Kunstwerk „nicht weniger als die Darstellung einer
Seelenlandschaft mit ihrem Werden und Vergehen“.

Leopold Museum: Größte Schiele-Sammlung der Welt –
Meistbesuchtes Haus im MQ

Das Leopold Museum musste sich zwar mit diesem Werk zwar von einem
äußerst wichtigen Bild trennen, ist aber in der glücklichen Lage,
mehrere herausragende Stadtlandschaften Schieles zu besitzen. Die
Sammlung Leopold im Leopold Museum enthält die größte Schiele
Sammlung der Welt. Mit 41 Gemälden und ca. 190 Arbeiten auf Papier
ist sie die umfassendste aber auch qualitätvollste Schiele-Sammlung,
mit Schwerpunkt auf dem Zeitraum 1910 bis 1915. Das Museum, berühmt
für seine Sammlungen zu Wien 1900 (Gustav Klimt, Kolo Moser, Wiener
Werkstätte), des Expressionismus (Gerstl, Kokoschka, Schiele) und der
österreichischen Klassischen Moderne ist mit über 350.000 Besuchern
das meistbesuchte Haus im MQ, dem Wiener MuseumsQuartier und ein
wahrer „Tempel“ der österreichischen Kunst des 19. und frühen 20.
Jahrhunderts.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Leopold Museum-Privatstiftung
Mag. Klaus Pokorny – Presse / Public Relations
Tel.: 0043 1 525 70 – 1507
mailto:presse@leopoldmuseum.org
www.leopoldmuseum.org

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/573/aom

veröffentlicht von am 23. Jun 2011. gespeichert unter Allgemein, Museen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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