Mainzer Stadtschreiber 2011: Ingo Schulze als Preisträger geehrt / Programmdirektor Thomas Bellut: Mit ZDF schon lange verbunden





Der Berliner Schriftsteller Ingo Schulze ist am
heutigen Donnerstag, 10. März 2011, als diesjähriger Träger des
Mainzer Stadtschreiber-Literaturpreises feierlich in sein Amt
eingeführt worden. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut, der Mainzer
Oberbürgermeister Jens Beutel und die Mainzer Kulturdezernentin
Marianne Grosse begrüßten Schulze im Rathaus als 27. Mainzer
Stadtschreiber. Wie seine Vorgänger wird der 1962 in Dresden geborene
Schriftsteller gemeinsam mit dem ZDF eine Dokumentation nach freier
Themenwahl produzieren und die Stadtschreiberwohnung im Mainzer
Gutenbergmuseum beziehen. Der mit 12 500 Euro dotierte renommierte
Literaturpreis wird seit 1984 jedes Jahr von ZDF, 3sat und der Stadt
Mainz vergeben.

ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut würdigte den 48-jährigen
Preisträger: „Ich freue mich, dass der großartige und kreative Autor
Ingo Schulze dem ZDF schon so lange verbunden ist: Vor 26 Jahren
erhielt er den –aspekte—Literaturpreis für sein Debüt, heute den
Preis für sein Lebenswerk.“

Die Laudatio auf Ingo Schulze hielt der Schweizer
Literaturkritiker Andreas Isenschmid: „Schulzes bewundernswerte
Leistung ist es, dass er in mehr als einem Buch alle Zutaten des
famosen Wenderomans bot – unter Abzug freilich alles Parolenhaften
und Demonstrativen. Nichts fehlte in diesen Büchern, weder Leid und
Klage noch die Heiterkeit, weder das Schwere noch das Leichte, weder
das Seriöse noch das Burleske. Der ganze Osten war komplett drin.“

Ingo Schulze ist der herausragende Chronist des wiedervereinigten
Deutschlands. Seine Romane und Erzählungen haben mit ihrer
kunstvollen, raffiniert leichten Sprache den Westdeutschen, aber auch
dem Ausland die Augen geöffnet für die Schwierigkeiten der Menschen,
von einem politischen System in das andere zu wechseln.

Bereits sein literarisches Debüt im Jahr 1995, die Erzählsammlung
„33 Augenblicke des Glücks“, die in Sankt Petersburg und Umgebung
spielt, machte Schulze bei Kritikern und Lesern bekannt. Mit „Simple
Storys“ (1998), die vorwiegend in Schulzes ostthüringischer
Heimatstadt Altenburg spielen, und mit dem großen Briefroman „Neue
Leben“ (2005) unterstrich Schulze, von der Kritik hoch gelobt, seine
Kunst, die Gefühlslage der deutsch-deutschen Wende zu beschreiben.
Auf große Zustimmung stieß zudem sein Erzählungsband „Handy –
Dreizehn Geschichten in alter Manier“ (2007) und sein jüngster Roman
„Adam und Evelyn“ (2008), der glänzend aus dem magischen Wendesommer
1989 berichtet. Aktuell in diesem Jahr erschienen: „Orangen und
Engel. Italienische Skizzen“, die während seines Aufenthaltes in der
römischen Villa Massimo entstanden sind.

Bildhinweis:
http://bilderdienst.zdf.de/presse/mainzerstadtschreiber

Pressekontakt:
ZDF-Pressestelle
Telefon: +49-6131-70-12121
Telefon: +49-6131-70-12120

veröffentlicht von am 10. Mrz 2011. gespeichert unter Fernsehen, Literatur, Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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