Märkische Oderzeitung: Die Märkische Oderzeitung (Frankfurt (Oder) meint zur Wahl von zwei Frauen an die Spitze der wichtigen deutschen Kulturinstitutionen:





Eine Präsidentin hat es in der 1696
gegründeten Akademie der Künste noch nie gegeben. Eine
Kulturrevolution ist das trotzdem nicht. Denn noch immer sind mehr
als drei Viertel ihrer Mitglieder Männer. Und noch immer klebt der
Akademie wie alter Kaugummi am Schuh, dass Ulrich Matthes – selbst
Mitglied – sie einmal einen „Schnarchklub“ nannte; so träge, wie er
sie empfindet. Und selbst wenn nun zum ersten Mal mit Jeanine
Meerapfel eine Frau der Akademie vorsteht, verspricht das vielleicht
mehr Sensibilität, aber nicht automatisch mehr Dynamik. Denn eines
sind die an vielen Stellen angegangenen Neubesetzungen vom Wochenende
nicht: ein spürbar verjüngender Generationswechsel. Auf Klaus Staeck
(77) folgt Jeanine Meerapfel (71). Für den Schriftsteller Ingo
Schulze (62) kommt der Filmemacher Rosa von Praunheim (72) in den
Senat. Nach solchen Personalverschiebungen wirkt die Akademie nach
außen nach wie vor wie ein Seniorenverein, der seine Altehrwürdigkeit
und auch seine Eitelkeiten kultiviert, sonst aber nichts mehr rockt
auf der Kulturbühne. Das ist der neuen Präsidentin offenbar schon
aufgegangen. Weshalb sie sich nach ihrer Wahl mit folgender Erklärung
beeilte: „Es ist eine Mär, es ist wirklich eine Mär, dass wir hier
nur alte Säcke sind.“ Wenn man ein Dementi so betonen muss, könnten
böse Zungen sagen: Ist vielleicht was dran an dieser Mär …

Pressekontakt:
Märkische Oderzeitung
CvD

Telefon: 0335/5530 563
cvd@moz.de

veröffentlicht von am 31. Mai 2015. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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