Lernen unplugged





Eine moderne Wirtschaft erfordert ein zeitgemäßes Bildungssystem. Vorbei sind damit aber scheinbar auch die Zeiten, in denen Schüler und Schülerinnen noch fürs Leben und nicht nur für die Schule lernen durften. Steigender Kostendruck, verkürzte Ausbildungszeiten und Lehrermangel sorgen bereits heute in vielen Kindergärten und Grundschulen zunehmend für den Einzug digitaler Lernmittel. Der damit verbundene sehr frühe Einsatz von Tablets im Lernalltag ist aufgrund befürchteter negativer gesundheitlicher Folgen allerdings nicht unumstritten. Neben zahlreichen Eltern- und Lehrerverbänden, schlagen jetzt auch immer mehr Fachleute Alarm.

„Der Lernprozess eines Menschen ist nicht automatisierbar“ erläutert der Coburger Autor und frühere Wirtschaftsinformatiker Dirk Stegner. Das hat vor allem damit zu tun, dass speziell Kinder unter zwölf Jahren ihre Welt mit allen Sinnen begreifen müssen, um auf natürliche Weise lernen zu können. „Leere Wissenshülsen, wie sie durch eine Lernsoftware vermittelt werden, reichen hierzu einfach nicht aus“, so Stegner weiter. Hinter dieser Erkenntnis steht die Beobachtung, dass Kinder Worte und deren Bedeutung von Natur aus gleichzeitig erlernen. Damit das Gehirn beispielsweise erfassen kann, was „rund“ bedeutet, sei es notwendig, auch die damit verbundene Erfahrung gemacht zu haben. Bälle, die auf schiefem Untergrund davonrollen, sind ein einfacher Sachverhalt, den ein Computer zwar erklären, aber nicht begreifbar machen könne. Genau in diesem „Erfahrungsdefizit“ sieht Stegner das Hauptproblem.

Erst das Zusammenspiel von Wissen und Erfahrung schaffe entsprechend fundierte Verknüpfungen im menschlichen Gehirn, auf die spätere Lernerfahrungen aufbauen könnten. Fehlen dem Nachwuchs diese Basisstrukturen, so könne es in späteren Entwicklungsphasen vermehrt zu Lern- und Entwicklungsstörungen kommen, beschreibt Stegner die negativen Folgen der „digitalen Lernerfahrungen“ in seinem neuen Buch. Auch zur Lösung des scheinbaren Dilemmas wagt er darin übrigens einen kleinen Ausblick, denn „Bildung und Digitalisierung schließen sich einander ja nicht aus. Es ist lediglich eine Frage des richtigen Zeitpunkts, über den man in Politik und Gesellschaft dringend noch einmal nachdenken müsste“, so der Autor.

Sein neues Buch „Weisheit zwischen Wald und Wiese – Wie die Natur lernt und was wir von ihr lernen können“ ist seit kurzem für 18,99 Euro im Buchhandel erhältlich (Hardcover; 124 Seiten; ISBN-13: 978-3-7481-1142-9). Für die Fans von E-Books, erscheint in Kürze auch eine elektronische Ausgabe für alle gängigen Reader zum Preis von 8,49 Euro.

veröffentlicht von am 21. Nov 2018. gespeichert unter Literatur. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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