Kunst trifft Stadtentwicklung als Treffpunkt





Kunst trifft Stadtentwicklung als Treffpunkt

Elitär, unverständlich, sündhaft teuer – diese Begriffe werden häufig mit Kunst verbunden. Doch Kunst kann auch Spaß machen und Menschen zusammenbringen. Der neue Kunstraum KAISER&CREAM sieht sich mit erfrischenden Projekten auch “draussen” als Treffpunkt für Kunst- und Kulturinteressierte.

Lichtdurchflutete Räume kontrastiert durch den herrlich morbid belassenen Backsteinraum im hinteren Bereich schaffen das besondere Ambiente des Kunstraums KAISER&CREAM, der am 22. August im Bergkirchenviertel eröffnete. Und man überraschte auch gleich mit einer provokant-fluxuriösen Ausstellung, Straszewskis “Banane_hat_die_Fahne”, zu Ehren der Fluxus-Geburtsstadt Wiesbaden. Darauf folgte auch gleich die Ausstellung „Im Lauf der Zeit“ als Teilnehmer der Wiesbadener Fototage und gerade endete die Ausstellung „Scheinwelten“, welche sich gekonnt um das Thema Konsum-Falle-Geld drehte. Und derzeit steht das KAISER&CREAM kurz vor der Ausstellungseröffnung [HAI:P].

Es soll ein Ort etabliert werden, der sich vorwiegend durch kuratierte Shows präsentiert. Ausgewählte Künstler können sich zu einem Thema austoben, alles aus sich raus holen. Dieser Ort soll für die vertretenen Künstler als museale Referenz dienen – nicht nur als bloßer Vertrieb ihrer Exponate. „Insofern steht es für mich außer Frage, ob man einen Ausstellungsraum unterhalten sollte oder nicht, es ist einfach eine kulturelle Entscheidung”, begründet der Kurator Leander Rubrecht sein „Ja“ in Zeiten des Umbruchs einen stationären Kunstraum zu eröffnen, wo sich doch der Verkauf eher auf Messen abspiele. Dieser Idee eine Art „Institution“ zu errichten, die nicht rein kommerziell getrieben ist, liegt ein zeitgemäßes Finanzierungsmodell zugrunde: Im KAISER&CREAM hat sich ein smartes 4er-Kombinat an Kreativschaffenden zusammengefunden, die die inspirierende Umgebung des Kunstraumes für ihre tägliche Arbeit (Grafikdesign, Foto und Film) in Anspruch nehmen und nicht minder die jeweiligen Ausstellungseröffnungen als „Meet-n-Greet-Plattform“ für ihre Kunden nutzen. Es erfreut zu sehen, dass im KAISER&CREAM immer etwas los ist, mal verwandelt sich der vordere Raum zu einem Filmset oder Studio, mal dient er als Ambiente für Netzwerker, finden Lesungen statt. Oder er ist zu den Öffnungszeiten einfach mal ein Kunstraum.

Leander Rubrecht, der Kopf hinter diesem innovativen Galeriekonzept, ist in der Kreativszene kein Unbekannter. Bereits seit 2006 zählt der Wahlwiesbadener zu den Umtriebigen der Stadt. Mit seiner Agentur für Immobilienmarketing “visuelleprojekte” setzt er sich seit Jahren in der Immobilienwirtschaft für eine Emotionale Markenstrategie ein und zählt dabei die Kreativwirtschaft zu seinen effektivsten Stilmitteln. Ein Projekt daraus ist das NIZZA DES NORDENS mit Sitz am Kranzplatz. Unter anderem organisierte das NIZZA DES NORDENS zum Architektursommer Rhein-Main im Jahre 2011 die temporäre Kunsthalle in der leerstehenden Mauritiusgalerie. Sein zweites Steckenpferd ist das Projekt KAISER&CREAM, das 2007 zunächst als internationales Galerienforum online startete, dann in der Frankfurter Innenstadt Pop-up-Galleries unterhielt, mehrfach Teilnehmer des Lichtkunstfestivals LUMINALE war und 2010 in Berlin Moabit die Plattform darstellte, um mit befreundeten Galerien die Arminiusmarkthalle mit Aktueller Kunst zu bespielen. Und sich nun mit einem eigenen Kunstraum im Wiesbadener Zentrum niedergelassen hat.

Auf die Frage, was künftig alles geplant sei, sprudelt Leander Rubrecht nur so vor Ideen: “Wir sind ein tolles Team. Unser Kunstraum spricht sich in der Szene schon langsam herum. Und es haben sich einige Schubladen mit Projektideen gefüllt, die es nun nach und nach in Wiesbaden zu realisieren gilt.“

Das Veranstaltungsformat TAFELRUNDE ist bereits angelaufen. Zu diesem circa monatlich stattfindenden Treffen sind alle Menschen eingeladen, die tolle Projekte realisieren möchten und Mitstreiter suchen, die selbstredend in gleicher Runde sitzen – im KAISER&CREAM. Und wer dann für ein künftiges Projekt noch einen Pop-up-Store braucht, der hat den Locationscout Rubrecht ja schon an Bord.

Dann ist noch ein sportliches Projekt Namens Urban_City_Sculpturepark angedacht, das derzeit auf Realisierbarkeit geprüft wird. Mehr wurde noch nicht verraten. Aber generell blitzte immer wieder heraus, dass Rubrecht ein starkes Interesse an der Stadt(teil)entwicklung hat. Er arbeite an Formaten, wie eher schwächere Standorte durch Kunst- und Kulturereignisse einfach spannender würden. Und spannender werden Orte, wenn Menschen sich dort hingezogen fühlen. Und Kunst als Treffpunkt ist doch seit je her schon ein tolles Moment.

veröffentlicht von am 21. Nov 2013. gespeichert unter Museen, Sonstige. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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