„Krieg der Bauten“ / ZDF-Dokumentationüber den Wettkampf der Architekten im geteilten Berlin (FOTO)





Im Kalten Krieg standen sich nicht nur Politiker, Propagandisten
und Militärs gegenüber, auch Architekten waren Teil des Wettkampfs
der Systeme. Besonders manifestiert sich dies in Berlin als einstiger
„Frontstadt“ am Eisernen Vorhang. Sozialistischer Klassizismus gegen
westliche Sachlichkeit, Stalinallee gegen Europacenter: Wer baute
höher, teurer, besser? Diesen Fragen geht die Dokumentation „Krieg
der Bauten – Wettkampf der Architekten im geteilten Berlin“ am
Sonntag, 2. November 2014, 0.20 Uhr, nach. Mit seltenen historischen
Filmdokumenten, zum Teil aus Privatbesitz, und neuen Flugaufnahmen
sucht Andreas Sawall in seinem Film berühmte, aber auch versteckte
Bauten der Nachkriegsjahre in Ost und West auf.

Zwei Berliner Studentinnen, Anna und Claire, begeben sich in der
wiedervereinten Hauptstadt mit Baufachleuten auf Spurensuche. Sie
treffen alte und neue Bewohner der heutigen Karl-Marx-Allee, zum
Beispiel Otto Stark, ehemals Starschauspieler der „Distel“ und seit
50 Jahren hier zuhause. In der Hauptstadt der DDR trumpften die
Herrscher mit Prunkbauten an der ehemaligen Stalinallee auf, die 1953
zum Ausgangspunkt für den Aufstand des 17. Juni wurde. Im Gegenzug
treibt der West-Berliner Senat seine Architekten an, hart an der
Mauer den westlichen „way of life“ zu demonstrieren. Im Hansa-Viertel
wurde 1957 anlässlich der Internationalen Bauausstellung ein modernes
Viertel aus dem Boden gestampft, mitsamt einer schon längst nicht
mehr existierenden spektakulären Gondelbahn. Internationale
Architekten-Legenden, wie Alvar Aalto, Oskar Niemeyer oder Arne
Jacobsen beteiligten sich. Heute leben im Hansa-Viertel bekannte
Kreative, wie der Designer und Architekt Friedrich von Borries, den
das ZDF-Team besucht.

Die Stile zwischen Ost- und West-Berlin begannen sich
anzugleichen, auch in der DDR schwor man dem Kitsch der Stalinzeit ab
und baute zeitlos modern. Im Herzen West-Berlins entsteht 1965 das
Europa-Center und kopiert hier zum ersten Mal in der Bundesrepublik
eine amerikanische Shopping-Mall samt Eislaufbahn, direkt gegenüber
der berühmten Gedächtniskirche.

Die ZDF-Dokumentation befördert auch allerhand Kurioses aus der
Mauerzeit zu Tage: Überreste einer überdimensionalen Stalin-Statue
und den eigentlichen Bestimmungsort des berühmten Fernsehturms mitten
in einem idyllischen Waldgebiet.

Die Dokumentation ist der dritte Teil einer ZDF-Reihe über Berlin
an der Schnittstelle zwischen Gegenwart, Zeitgeschichte,
Denkmalschutz und Architektur. Sie begann 2012 mit der
„Verschwundenen Mauer“, die 2013 den „Deutschen Preis für
Denkmalschutz“ erhielt, und setzte sich 2013 mit den „Bösen Bauten“
fort, die sich mit den baulichen Hinterlassenschaften der Nazi-Zeit
beschäftigten.

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https://presseportal.zdf.de/pm/25-jahre-mauerfall/

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Fotos sind erhältlich über ZDF Presse und Information, Telefon:
06131 – 70-16100, und über
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veröffentlicht von am 29. Okt 2014. gespeichert unter Fernsehen, Medien/Unterhaltung, Sonstige. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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