Kokain-Schwemme: 2017 bringt Rekordsicherstellungen in Deutschland





Zoll und Polizei in Deutschland haben in diesem
Jahr so viel Kokain sichergestellt wie nie zuvor. Das
Bundeskriminalamt (BKA) teilte auf Anfrage des NDR mit, 2017 seien
knapp sieben Tonnen Kokain beschlagnahmt worden und damit mehr als
dreimal so viel wie 2016. Grund ist nach Einschätzung von Zoll und
BKA der hohe Zufuhrdruck aus Südamerika, wo eine erhöhte Produktion
zu einer deutlichen Zunahme von Kokain-Exporten nach Westeuropa und
Deutschland geführt habe. Das Zollfahndungsamt Hamburg spricht von
einer „Kokain-Schwemme“. Nach einer internen Auswertung des BKA, die
dem NDR vorliegt, haben sich auch die weltweiten Sicherstellungen
größerer Kokain-Mengen seit 2012 verdoppelt. Die Ermittler rechnen
damit, dass 2017 dabei das bisherige Rekordjahr 2016 mit
Sicherstellungen von 582 Tonnen übertreffen wird.

Südamerikanische Kokain-Produzenten und internationale
Schmugglernetzwerke überschwemmten den europäischen Markt, so
Christian Hoppe, beim BKA für Rauschgiftbekämpfung zuständig.
„Offensichtlich verfahren die Täter nach dem Motto: Angebot schafft
Nachfrage“, sagte Hoppe, der deshalb mit steigendem Konsum in
Deutschland rechnet. Nach Meinung von René Matschke, Leiter des
Zollfahndungsamts Hamburg, ist Kokain inzwischen eine Alltagsdroge,
die nicht nur in der High Society konsumiert werde. Die
Rekordsicherstellungen hätten keinerlei Einfluss auf den Preis des
Kokains, stellen die Ermittler fest. „Wenn wir das in den letzten
zehn Jahren rückwärtig betrachten, sind die Preise tendenziell eher
leicht angestiegen, im Klein- und auch im Großhandel“, so Zollfahnder
Matschke. Er geht davon aus, dass trotz der Ermittlungserfolge nur
einige Prozent des geschmuggelten Kokains in Deutschland entdeckt
werden. „Die Mengen sind fast unerschöpflich in Südamerika. Zu sagen,
wir trocknen den europäischen Markt mit unserer Arbeit aus, das wäre
vermessen.“

Schmugglernetzwerke lassen das Kokain vor allem auf Schiffen
transportieren. Seecontainer spielen als Versteck nach Angaben von
Zoll und BKA weiterhin die wichtigste Rolle. Haupteinfallstore für
den Drogenschmuggel nach Deutschland sind neben Rotterdam und
Antwerpen die Hafenstädte Hamburg und Bremerhaven.

Pressekontakt:
Norddeutscher Rundfunk
Presse und Information
Ralf Pleßmann
Tel.: 040/4156-2333
Mail: r.plessmann@ndr.de

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veröffentlicht von am 27. Dez 2017. gespeichert unter Medien/Unterhaltung. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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