Kohl – Geißler. Ein politisches Beziehungsdrama.





Genau zwischen den beiden Geburtstagen von Heiner Geißler, am 3. März und Helmut Kohl, am 3. April 2015, platziert Das Erste einen Rückblick der beiden politischen Urgesteine. Zwanzig Jahre gab es eine zielorientierte und befruchtende Zusammenarbeit der beiden Politiker. Man zog am gleichen Strang und hat in der politischen Landschaft einiges bewegt. Die beiden Komponisten Bösel und Rolletter erklären zu ihrer Musik: „Folgt man exakt den musikalischen Untermalungen, nimmt man als Gestaltungselement für das Geschehen auf dem politischen Parkett pulsierenden Tango wahr. Mal dezent, mal orchestral dramatisch. Er verändert sich. Es entstehen unerwartete rhythmische Brechungen und ungerade Taktwechsel. Dies erzeugt Spannung für die investigative Spurensuche.“

Der gemeinsame Puls der Politiker verändert sich im Laufe der Zeit. So auch der Puls der Musik, die dezent vom Dreier-Takt und dann in einen Sechs-Achtel-Takt übergeht. Gleichzeitig werden unerwartete harmonische Wendungen eingeleitet, wie sie für Heiner Geißler entwickelt wurden.
Kohl und Geißler gehen ab Ende der sechziger Jahre gemeinsam ihren politischen Weg. Unterstützt von einem tangoartigen orchestralen Puls im Filmopening, der für Spannung sorgt. Doch Geißler passt sich im Laufe der Jahre dem gemeinsamen “Tango-Wiege-Schritt” nicht an. Ein gefälliges “Rück-Seit-Ran” als krönenden politischen Abschluss kann man mit ihm eher nicht erwarten. Heiner Geißler bricht aus, musikalisch in ungeraden kantigen 5er Metren. Er vertritt seine eigenen Ideen, auch wenn sie konträr zu Helmut Kohls Meinung sind. Dies wird für ihn später zum Verhängnis und deutet sich immer wieder in der Musik an. Kohl hat seinen einstigen Erfolgsgaranten Geißler mitten in den Vorbereitungen zum Bremer Parteitag 1989 als Generalsekretär in einem kurzen Prozess einfach abgesetzt, während er selbst weiter sein politisches Netzwerk spinnt. An anderen Stellen des gemeinsamen politischen Agierens folgen harmonisch ansteigende, melodiöse Kompositionen, während die späteren Zerwürfnisse fragend und offen in der musikalischen Betonung dargestellt werden.

Die Autoren Dr. Ina-Gabriele Barich und Thomas Schneider begeben sich auf eine journalistische Spurensuche nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden Persönlichkeiten. Von den Sechzigern bis Ende der achtziger Jahre werden Themen aufgerollt und in starken Bildern kommentiert. Zeitzeugen kommen zu Wort.
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veröffentlicht von am 18. Mrz 2015. gespeichert unter Musik. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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