Kölner Stadt-Anzeiger: Richard David Precht: “Kinder brauchen keinen Gott”





Kölner Bestsellerautor verbietet seinem Sohn
Mobiltelefon und Facebook-Eintrag vor dem 13.Geburtstag

Köln. Der Philosoph und Publizist Richard David Precht erzieht
seinen acht Jahre alten Sohn agnostisch, also in Distanz zum Glauben.
“Ich sage ihm nicht, dass es einen Gott gibt, oder dass es keinen
gibt. Wer soll das wissen?”, sagte der 47 Jahre alte Kölner dem
“Kölner Stadt-Anzeiger” (Samstagausgabe). Kinder brauchen seiner
Meinung nach kei-nen Gott, um gut aufzuwachsen. “Mein Sohn erlebt die
Geborgenheit in der Familie. Das ist das, was für ihn wichtig ist.”

In der Erziehung vertritt der Bestsellerautor eine klare Linie.
“Computerspiele sind strikt verboten. Gerade Ballerspiele töten
Neugier und Begeisterungsfähigkeit.” Auch ein Mobiltelefon oder einen
Facebook-Eintrag verbietet Precht seinem Sohn, bevor er 13 Jahre alt
ist. Überhaupt sieht Precht in der modernen Technik die größte
Herausfor-derung für sich als Vater. “Der technische Fortschritt
macht die Kluft zwischen Bil-dungsgewinnern und Bildungsverlierern
immer größer.” Schließlich würden Kinder aus schwachen Milieus heute
meist vor dem Computer sitzen und damit jegliche Kreativität
zerstören. Um diesen Kindern zu helfen, kann sich Precht gut
vorstellen, im Alter “als Nachhilfelehrer für Kinder aus sozial
schwachen Familien” zu arbeiten. Allerdings hält er auch übertriebene
Förderung für falsch. “Die Kinder der Mütter, die sich nur um die
perfekte Frühförderung kümmern, werden vermutlich oft langweilige
Menschen.”

Richard David Precht ist promovierter Germanist und
Honorarprofessor für Philosophie an der Leuphana Universität in
Lüneburg. Bekannt wurde er mit seinem populärwissen-schaftlichen
Philosophiebuch “Wer bin ich und wenn ja, wie viele?” Gerade ist sein
Buch “Warum gibt es alles und nicht nichts?” erschienen. Darin
philosophiert er mit seinem acht Jahre alten Sohn Oskar. Precht ist
mit der luxemburgischen Fernsehjourna-listin Caroline Mart
verheiratet, die drei Kinder mit in die Ehe brachte. Precht hat
außerdem einen Sohn aus einer früheren Beziehung.

Pressekontakt:
Kölner Stadt-Anzeiger
Politik-Redaktion
Telefon: +49 (0221)224 2444
ksta-produktion@mds.de

veröffentlicht von am 9. Dez 2011. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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