Kölner Stadt-Anzeiger: Erzbistum Köln erwägt Ende der Priesterausbildung an der Universität Bonn





Das Erzbistum Köln erwägt, die Universität Bonn als
Ausbildungsstätte seiner Priesterkandidaten aufzugeben. Dies
berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag-Ausgabe) unter
Berufung auf Aussagen des päpstlichen Nuntius in Deutschland, Nikola
Eterovic. Das Erzbistum verwies für die Praxis, seine
Priesteramtskandidaten theologisch an der Universität Bonn ausbilden
zu lassen, auf das Preußenkonkordat zwischen Kirche und Staat. Dessen
Bestimmung hierzu sei 1984 vertraglich bestätigt worden „und gilt
ohne Befristung fort“, so ein Sprecher, der die Frage nach einer
Bestandszusage aber offen ließ. Als künftigen Ort hat Woelki nach
Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ die in ihrer Existenz
bedrohte Philosophisch-Theologische Hochschule der Steyler Missionare
in Sankt Augustin im Sinn. Dort studieren derzeit bereits 14
Priesteranwärter, in Bonn sind es 23. Das Erzbistum teilte am Freitag
nach einer Anfrage der Zeitung mit, es unterstütze die angeschlagene
Hochschule 2019 finanziell und wolle so die Fortführung der
theologischen Ausbildung im Sinne von „Vielfalt und Qualität“
ermöglichen. Vor kurzem aber ließ Eterovic als Vertreter des Heiligen
Stuhls erkennen, was Köln tatsächlich vorhat. Präzedenzfall ist der
Schritt des Bistums Essen, die Priesterausbildung 2012 von der Uni
Bochum nach Münster zu verlegen. Trotzdem kamen das Land NRW und der
Heilige Stuhl überein, die Bochumer Fakultät zu erhalten – zur Pflege
des Verbunds der Theologie und der anderen Wissenschaften. Beim
offiziellen Notenwechsel im Oktober sprach Eterovic von einer „für
beide Seiten annehmbaren Lösung“ und wünschte sich, dass solche auch
„für andere vergleichbare Fälle, wie wahrscheinlich in Zukunft etwa
für das Erzbistum Köln, gefunden werden mögen“. Fachleute werten dies
laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ als hochschulpolitische Sensation.
„Woelki will Bonn einmotten“, so zitiert die Zeitung einen Insider.
„Sollte Bonn als Ort der Ausbildung für Priester fallen, wird die Axt
an den Verbleib der katholischen Theologie an staatlichen
Universitäten gelegt und deren Stellenwert massiv geschwächt“, warnte
der Kirchenrechtler Thomas Schüller. Ein Abzug der
Priesteramtskandidaten wäre ein Bruch des Preußenkonkordats und würde
den Status der katholischen Fakultät gefährden, weil dieser
historisch auf der staatlichen Garantie für die akademische
Ausbildung der künftigen Geistlichen beruht.

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Kölner Stadt-Anzeiger
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veröffentlicht von am 1. Dez 2018. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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