Klage gegen Bertelsmann wegen Buchclub-Schließung





Die am Bertelsmann-Buchclub beteiligten
Geschäftspartner haben gestern gegen die beabsichtigte Schließung des
Clubs Klage eingereicht. Sie werfen Bertelsmann massive
Vertragsverletzungen vor. Am 17. Juni hatte der Medienkonzern bekannt
gegeben, den Buchclub mit etwa einer Millionen Kunden aufzulösen und
alle Filialen zu schließen.

Hintergrund der Klage ist, dass der Buchclub Bertelsmann faktisch
nicht allein gehört. 250.000 Buchclub-Mitglieder sind Kunden
unterschiedlicher Buchhändler und Medienvertriebsunternehmer aus ganz
Deutschland und wurden Bertelsmann lediglich zur Belieferung mit
Verlagserzeugnissen überlassen. Die Verträge, die diese Überlassung
regeln, sind unkündbar.

Guido Gebhard, Sprecher der beteiligten Kläger, findet deutliche
Worte: “Durch die grob vertragswidrige Auflösung des Buchclubs werden
die Geschäftspartner stark geschädigt. Bertelsmann zerstört mit der
Schließung ein 100-Millionen-Euro-Geschäft, in das wir jahrelang
erheblich investiert haben. Wir sind vorab nicht einmal konsultiert
und überhaupt erst eine Stunde vor öffentlicher Bekanntgabe
informiert worden. Man ignoriert schlicht und einfach die Verträge
mit uns und hofft offensichtlich auf das Recht des Stärkeren.”

Bereits seit 2009 verzichtet Bertelsmann auf die schriftliche
Neukundenwerbung – und damit auf die wirksamste Art und Weise, um die
Mitgliederzahl zu halten und zu steigern. “Investitionen wurden
zurückgefahren; zunächst wurden einzelne, dann immer mehr Filialen
geschlossen und das Erscheinungsbild der Buchclub-Filialen teils
stark vernachlässigt”, sagt Gebhard. “Durch all dies hat Bertelsmann
den Niedergang des Buchclub-Geschäfts in den vergangenen Jahren aktiv
herbeigeführt und vorangetrieben. Eigene Initiativen von unserer
Seite, um das Geschäft auszubauen, waren nicht erwünscht.”

“Den treuen Buchclub-Mitgliedern verdankt Bertelsmann seine
heutige Weltstellung. Liz Mohn, die jetzt das Sagen im Unternehmen
hat, sollte dafür sorgen, dass der Anspruch eines fairen Miteinanders
auch in der Realität stattfindet”, so Gebhard weiter. Bertelsmann hat
bislang eine außergerichtliche Einigung über einen finanziellen
Ausgleich für die erlittenen Schäden kategorisch abgelehnt. Gebhard
und seine knapp 250 Mitgeschädigten sehen sich im Recht, sind aber
bereit, einen gemeinsamen Kompromiss zu finden. Von der Schließung
des Buchclubs sind nach Schätzung der Kläger etwa 2.000 Arbeitsplätze
betroffen.

Der Prüfungsausschuss vertritt gemäß vertraglicher Vereinbarung
seit über zwanzig Jahren die aktuell 244
Bertelsmann-Club-Geschäftspartner gegenüber der Bertelsmann-Gruppe.

Pressekontakt des Prüfungsausschusses der
Bertelsmann-Club-Geschäftspartner
c/o MSL Germany
Jessica Rusch
Chausseestr. 8, 10115 Berlin
Tel: 030 / 82082-518
E-Mail: jessica.rusch@mslgroup.com

veröffentlicht von am 26. Aug 2014. gespeichert unter Medien/Unterhaltung, Verlag. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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