KEN-Zeichen, Projekt zum 50. Geburtstag von Barbie





Aufregung um Barbies schwulen Freund KEN (von Chris Rabe)

Die superschlanke Barbie, die das amerikanische Speilzeugunternehmen Matell vor 50 Jahren auf den Markt brachte, ist in aller Munde. Zeitlos und vor allem alters- und sexlos hat sich die magersüchtige Figur in fast alle Mädchenzimmer der Welt eingeschlichen und lebt dort den Traum vom Schön- und Schlanksein. Ihr zur Seite stellte das US-Unternehmen den Freund Ken, das männlichen Pendant. Das allerdings konnte sich weniger gut am Markt behaupten, denn kleine Mädchen spielen ungern mit Jungen-Puppen, und für die Boys ist es gesellschaftlich immer noch nicht schicklich, mit Puppen zu spielen.

Dies sieht der Künstler Christian Bauer, Leiter der Akademie für Kunst und Design beim KulturForum Europa in seinem Atelier in Jakobwüllesheim, am Stadtrand von Düren/b. Köln, allerdings vollkommen anders. Besonders seitdem Matell den ewig jungen Ken aus dem Programm genommen hat, letztlich wegen der Vermutung, er sei dem männlichen Geschlecht zu sehr zugeneigt, sammelt Bauer diese Puppen in allen Lebenslagen und Outfits. Cowboys, Arbeiter, Tänzer, Modelle, und viele andere Variationen haben sich im Laufe der Jahre im Atelier angesammelt und dienen dem Maler als Vor- und Abbild für eine ganz besondere Art von „Puppenspiel“.

KEN-Zeichen heißt eine Serie von Bildern, auf denen Christian Bauer den Barbie-Begleiter anlässlich Barbies Geburtstag wieder zum Leben erweckt hat. Hier steht die Puppe, nackt und wie Spielzeug-Gott Martell sie geschaffen hat, auf jeweils einer zwei Meter großen Leinwand. Und hier passiert endlich das, was in der Realität doch angeblich so verpönt sein sollte. Reale Jungs spielen mit ihrem Ken.

Doch bei genauerem Hinsehen merkt man, der Künstler hat hier alles umgekehrt, Ken ist erwachsen geworden und hat sich selber seinen Spielgefährten erfunden. Einen realen Fußballer, einen türkischen Freund, einen Bodybuilder und viele andere hat die Puppe sich ausgesucht, denn sie darf beim Künstler endlich das sein, was ihr Hersteller nie wollte, aber jeder wußte: „Ken ist schwul, und das ist auch gut so …“, meint Bauer und sorgte im Vorfeld seiner Ausstellung schon für gehörigen Ärger. Der US-Internet-Betreiber Myspace verbannte die KEN-Zeichen von seiner Plattform und drohte dem Künstler mit Ausschluss und Internet-Auftrittsverbot, wenn er noch einmal so etwas auf diese Site stelle. Dass es sich um Kunst und Puppen handelt, war ihm dabei völlig egal.

Und daraufhin haben sich bereits ein Galerist aus Berlin und einer aus dem malaysischem Kuala Lumpur interessiert. Sie wollen Bauers KEN-Zeichen ausstellen, die eigentlich nichts anderes sein sollten als ein künstlerisches Zeichen der Interpretation für die sogenannte Metrosexualität, mit der sich die Gegenwartsgesellschaft schmückt auf der Suche nach Sucht nach Neuem und aufregend Anderem.

veröffentlicht von am 13. Mrz 2009. gespeichert unter Sonstige, Sub-/Jugendkultur. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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