Katharina Fritsch





Als eine der bedeutendsten Künstlerinnen Deutschlands erlangt Katharina Fritsch seit den 1980er Jahren mit ihren meist plastischen Arbeiten kontinuierlich internationale Anerkennung; 1995 vertrat sie Deutschland bei der Biennale in Venedig, 2001 präsentierte sie eine Ausstellung in der Tate Gallery, London. Aktuell hat das Museum of Modern Art in New York gerade die „Figurengruppe“ als Geschenk von Maja Oeri und Hans Bodenmann für den Abby Aldrich Rockefeller Sculpture Garden erworben.

Bei den Plastiken von Katharina Fritsch handelt es sich meist um lebens- oder überlebensgroße Dar-stellungen von Menschen und Tieren oder symbolträchtigen Gegenständen, die durch eine intensive Farb-gebung zugleich in einer spektakulären Präsenz und als unwirkliche Erscheinungen auftreten und begeh-bare Bilder ergeben. Die Skulpturen sind in der Regel aus Gips, Aluminium oder Polyester gegossen und bilden fein überarbeitete Kopien der Wirklichkeit, die eine traumartige, Emotionen berührende Wirkung ausüben.

13 groß dimensionierte Ensembles mit rund 100 Einzelwerken geben auf über 2.000 qm einen Überblick über das aktuelle Werk der 2000er Jahre, das bislang noch nie in Deutschland zu sehen war. Eine zentrale Rolle spielen dabei monumentale Bilder in ungewöhnlich großer Siebdrucktechnik, die sich in Wandbildern mit dem Wirklichkeitseindruck von Projektionen und den Klischees der Alltagswelt in der Gegenwart beschäftigen. Darin eingebettet sind berühmte Arbeiten von Katharina Fritsch aus den 1980er und 1990er Jahren, wie der grüne „Elefant“, 1987, die „Tischgesellschaft“, 1988, „Warengestell mit Madonnen“, 1989. Für die Deichtorhallen wurden in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerin eine filmartige Abfolge der Räume und eine spezielle Architektur für die Ausstellung entworfen.

Katharina Fritsch vertritt mit ihren Werken eine markante, von Humor geprägte Position zur Welt des Alltags, der Mythen und des Konsums, wobei allgemeine Symbole und Reminiszenzen, die in den Siebdrucken und Skulpturen auftauchen, eine große Rolle spielen. Viele ihrer Arbeiten befassen sich mit den dunkleren Bereichen unseres kollektiven Bewusstseins, mit angstbesetzten Fantasien und Mythen, die Fritsch ikonenhaft in Objekte und Bilder umsetzt. In den letzten Jahren sind zahlreiche Siebdrucke entstanden, in denen sich Katharina Fritsch mit Alltagsklischees und typischen Kindheitserinnerungen auseinandersetzt.

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit Beiträgen von Bice Curiger, Milovan Farronato, Robert Fleck und Susanne Hudson im Hatje/Cantz-Verlag erschienen.

Katharina Fritsch legt die beiden erstmals in den 1980er Jahren erschienenen Multiples „Madonna“ (1982) und „Gehirn“ (1987) als Künstlereditionen für die Deichtorhallen neu auf. Preis je 980,- (Die „Madonnen“ sind bereits vor Ausstellungseröffnung ausverkauft.)

Kuratoren: Bice Curiger, Robert Fleck

veröffentlicht von am 7. Jan 2010. gespeichert unter Museen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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