Kaltern leuchtet und klingt





Weinberge, See und Obstplantagen strahlen in spätherbstlicher Sonne, gemütliche Gaststuben laden zum Törggelen ein und als wäre das noch nicht genug Genuss, gibt es obendrauf noch ein dreitägiges Musikfestival – am letzten Oktoberwochenende gab Kaltern noch einmal alles.

Musikentdecker gesucht
Die Ohren klingen noch lange. Nicht etwa, weil es so laut war. Auch wenn die Bässe beim Dance-Groove von Shortparis kraftvoll wummern und die Drums stählern dröhnen – zum Ausgleich gibt es auch jede Menge leise Töne. Zu außergewöhnlichen Stimmen wie der von Odette Peters oder Folk-Songs von Jackson Dyer passen stimmungsvolle kleine Locations wie Weinmuseum und Drescherkeller, während junge und alte Wilde wie die Some Sprouts, Woods of Birnam, Monobo Son oder Fortuna Ehrenfeld das Vereinsheim und die Aula Magna rocken. Alle Veranstaltungsorte liegen nur einen gemütlichen Spaziergang auseinander. Und so bleibt auch mal Zeit für einen Weißburgunder in einer der vielen schönen Weinstuben – während es musikalisch auf grenzüberschreitende Expeditionstouren geht. So zauberte Hang-Virtuose Manu Delago gemeinsam mit seinem Ensemble erstaunliche Klangwelten. Hang? Sieht einer Steeldrum ähnlich und ich kannte es bislang nur aus der Fußgängerzone. Hat das Zeug zum neuen Lieblingsinstrument. Und selbst bei uns so unbeliebte Instrumente wie das Akkordeon werden hier relativiert. Es klingt doch toll – zumindest, wenn Wendy McNeill es spielt. Was hier geboten wird, passt einfach in keine Musikschublade. Und so geht es jeden Tag auf eine neue Entdeckungsreise. Macht der US-Amerikaner Astronautalis eigentlich HipHop oder Rap? Egal, es ist in jedem Fall ein besonderes Highlight, wenn er mit dem Streicher-Ensemble von Stargaze auftritt – im romantischen, leicht abgerockten Ambiente des Grand Hotels Penegal hoch oben auf dem Mendelpass. Bei der Samstagsmatinee musste der Schlagzeuger spontan ersetzt werden. Leider hatte der Ersatzdrummer einen gebrochenen Arm – seine Beats waren trotzdem 1a und Astronautalis brachte ihn Stand-up-mäßig in seinem Text unter: „The drummer with the broken arm“. Sehr cool. Beschreiben kann man das sowieso nicht wirklich. Aber erleben: Das nächste Festival ist vom 22. bis 24. Oktober 2020 geplant. Infos gibt es unter folgendem Link: https://kalternpop.de/
Vielleicht sehen wir uns dort. Zu erkennen sind wir am Kaltern Pop Shirt von 2017 und dem Baumwollbeutel von Fortuna Ehrenfeld mit dem schönen Aufdruck: „Hör endlich auf zu jammern, Danke“.

veröffentlicht von am 29. Nov 2019. gespeichert unter Musik. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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