junge Welt: XX. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz / Otto Köhler begeht seinen 80. Geburtstag mit Eröffnungsvortrag





Die Tageszeitung junge Welt veranstaltet am
Samstag, 10. Januar 2015, bereits die XX. Internationale
Rosa-Luxemburg-Konferenz in der Urania Berlin. Der Hamburger
Journalist und Schriftsteller Otto Köhler begeht seinen 80.
Geburtstag mit dem Eröffnungsvortrag:

Ja, ich bin es, Thersites – Schmäher aller Kriege, ihrer
Feldherrn, ihrer Propagandisten und ihrer Professoren.

Seit Jahrzehnten ist Otto Köhler, geboren am 10. Januar 1935,
einer der kritischsten Chronisten der BRD. Als 2009 die Jubelfeiern
zum 60. Jahrestag der Verabschiedung des Grundgesetzes und zum 20.
der DDR-Grenzöffnung anhoben, meldete er sich mit einer Reihe von
Beiträgen zu Wort, in denen er die Nachkriegsgeschichte dieser
Republik gegen den Strich bürstete. Solcherart Staatsereignisse
bewirken bei ihm stets einen Produktivitätsschub. So war bei ihm
nachzulesen, wie der spätere Bundeskanzler Ludwig Erhard im Januar
1945 zusammen mit dem später gehängten SS-Einsatzgruppenführer Otto
Ohlendorf die »soziale Marktwirtschaft« ersann oder wie Theodor
Maunz, Autor des herrschenden Kommentars zum Grundgesetz, nach 1933
aus den »Wirklichkeiten des völkischen Lebens: Rasse, Boden, Führer,
Gefolgschaft, Treue, Ehre« den »Neubau« der Rechtswissenschaft
vollziehen wollte. Die Gründungslegenden von der »Stunde Null« oder
einem »demokratischen Neuanfang« nach 1945 im Westen führt Köhler in
seinen Arbeiten ad absurdum. Mit ihm, dem radikalen Demokraten und
unermüdlichen Aufklärer, ist wahrlich kein imperialistischer Staat zu
machen. Mit feiner Ironie und in geschliffenem Deutsch gehen Otto
Köhlers Interventionen stets aufs Ganze: Er verfolgt die langen
Wellen des Faschismus. Wie sich dieser auch im Verhalten heutiger
Amtsträger äußert, – von Erika Steinbach über Thilo Sarrazin bis zu
Horst Köhler -, arbeitet er mit kriminalistischem Spürsinn, akribisch
und detailversessen heraus. Die Kunst, in einem scheinbar abseitigen
Zitat eine ganze Welt der Niedertracht aufscheinen zu lassen,
beherrscht er meisterhaft. So erweist sich bei ihm deutsche
Nachkriegsgeschichte stets als Vorkriegsgeschichte, von Jugoslawien
bis Afghanistan. Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift Ossietzky. Im
Jahr 2007 wurde Köhler für sein Lebenswerk mit dem
Kurt-Tucholsky-Preis, der deutschen Auszeichnung für literarische
Publizistik, ausgezeichnet.

Neben dem Vortrag von Otto Köhler gibt es weitere Beiträge u.a.
von der kanadischen Ökonomin Radhika Desai, dem Linken-Politiker
Oskar Lafontaine, dem Vorsitzenden der belgischen Partei der Arbeit
Peter Mertens, dem Vorsitzenden des Ältestenrates der Partei Die
Linke Hans Modrow, dem US-Journalisten Linn Washington, dem Moskauer
Fernsehjournalisten Ivan Rodionov, der israelischen
Friedenscampaignerin Sharon Dolev, dem US-Journalisten und
politischen Gefangenen Mumia Abu-Jamal und viele weitere. Ab 17:30
Uhr diskutieren Oskar Lafontaine, Willy Wimmer, CDU-Politiker und
ehemaliger Vizepräsident der OSZE, sowie der Schauspieler Rolf Becker
über den Abschied der LINKEN vom Antimilitarismus. Moderiert wird das
Podiumsgespräch von Arnold Schölzel, Chefredakteur der Tageszeitung
junge Welt. Das komplette Programm entnehmen Sie bitte der Website
zur Konferenz: www.rosa-luxemburg-konferenz.de

Weitere Informationen und Presseakkreditierung online unter
www.rosa-luxemburg-konferenz.de Es wird darum gebeten,
Akkreditierungsanfragen rechtzeitig zu stellen, da die Veranstaltung
am Tag der Konferenz voraussichtlich ausverkauft sein wird und
Presseplätze begrenzt zur Verfügung stehen.

Pressekontakt:
junge Welt
Redaktion
Telefon: 030 / 53 63 55-0
redaktion@jungewelt.de

veröffentlicht von am 5. Jan 2015. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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