junge Welt: Axel-Springer-Vize: Sozialismus aus dem Rechner ist möglich





Springer-Vize Christoph Keese hält das künftige
Gelingen einer sozialistischen Planwirtschaft für möglich, jedenfalls
mit der heute vorhandenen Technologie. Das geht aus einem Gespräch
hervor, dass er mit der Tageszeitung junge Welt geführt hat. Darin
sagt er:

»Es könnte tatsächlich sein, dass die sozialistische
Planwirtschaft an der damals noch nicht vorhandenen Technologie
gescheitert ist und dass eine neue Planwirtschaft unter digitalen
Vorzeichen möglich wäre. Die Cloud und das Internet sind die besten
Instrumente dafür«.

Er habe sich »immer auch als eine Art Linker verstanden«, sagt der
Vice President des Axel-Springer Konzerns in dem am Samstag (11.
Oktober 2014) erscheinenden Gespräch. Allerdings gebe es
gesellschaftlich Ziele, die sich technisch nicht erreichen ließen.
Hierzu zählt Keese das »Glück«.

Die Marxisten, so meint er weiter, müssten sich angesichts der
fortschreitenden technologischen Entwicklung außerdem um »die
Trennschärfe von Begriffen Gedanken machen.« Beispielsweise sei die
Linke aufgefordert, »neu zu definieren, was Eigentum in marxistischem
Sinne im digitalen Zeitalter eigentlich genau ist.«

In dem Gespräch, das jW-Redakteur Thomas Wagner mit Keese führte,
geht es außerdem um soziale Verwerfungen im High-Tech-Kapitalismus,
die Kalküle der Venture-Kapitalisten, Monopole von Internet-Konzenren
und die kalifornische Ideologie. Anlass des Gesprächs ist Keeses
gerade erschienenes Buch »Silicon Valley«.

Pressekontakt:
junge Welt
Redaktion
Telefon: 030 / 53 63 55-0
redaktion@jungewelt.de

veröffentlicht von am 8. Okt 2014. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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