Jubiläums-Programm mit Protestaktion





Als es im Dezember 1994 erstmals auf dem P01 am Berliner Olympiastadion „Manege frei“ für den Berliner Weihnachtscircus hieß, ließ sich keiner erträumen, dass das Projekt einen riesigen Erfolg in der deutschen Hauptstadt feiern wird.

Mitgründer des Projekts und seit 1998 alleiniger Direktor des Berliner Weihnachtscircus Alois Spindler blickt mit Stolz auf arbeitsintensive Jahre zurück. Jahr für Jahr entwickelte er den Berliner Weihnachtscircus, den er Anfangs noch gemeinsam mit seinen Eltern betrieb, in allen Bereichen weiter. Während bei Gründung noch ein Zelt für knapp 600 Besucher zur Verfügung stand, passen heute bereits 1.200 Besucher in die Zeltanlagen. Die Leitung teilt sich Direktor Alois Spindler inzwischen mit seiner Frau Diana und den – seit Jahren zur Weihnachtszeit in Berlin aufgewachsenen – Kindern Nicolai, Alicia und Leonardo.

Jährlich neue Investitionen im Ton- und Lichttechnik-Bereich, neue Dekorationsideen, Innovationen im Tierhaltungsbereich und stets neu zusammengestellte internationale Zirkusprogramme begeistern inzwischen jährlich mehr als 40.000 Besucher. Keine andere ähnliche Veranstaltung konnte sich in Berlin über einen derartig langen Zeitraum etablieren. Inzwischen zählt der Berliner Weihnachtscircus mit seiner 25. Produktion als das Original in der Hauptstadt und Deutschlandweit als zweitältester Zirkus zur Weihnachtszeit.

Im Vorfeld der Jubiläums-Gala gab es einige Diskrepanzen und die Gala drohte zu scheitern. Direktor Alois Spindler, der von Geburt an im Zirkus aufgewachsen ist und auch als begnadeter Tierlehrer in der Branche zählt, legt viel Wert auf die klassische Form des Zirkus. So sind neben Artisten und Clowns in den Programmen auch Tiere fester Bestandteil. Trotz stets anstandsloser Überwachungen der Tierhaltungen durch die zuständigen Veterinärbehörden und Wildtier-Experten stößt dies bei einigen auf Kritik. Einige Tierrechtsvereinigungen und auch politische Gruppierungen lehnen die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben vollkommen voreingenommen prinzipiell ab.

So kam es, dass in diesem Jahr erstmals der Inhaber des Grundstückes – der Berliner Senat – aus politischen Gründen (Koalitionsvertrag der Rot-Rot-Grünen Regierung aus dem Jahr 2016) für das Gastspiel keine Zustimmung erteilen wollte. Nach Angaben des Senats richtete sich die Entscheidung nicht gegen den Berliner Weihnachtscircus direkt, sondern sollte mit dem Beschluss ein prinzipielles Zeichen der (politischen) Ablehnung von Tieren im Zirkus gezeigt werden.

Trotz des Versuches der Zirkusbetreiber eine gütliche Einigung zu finden war am Ende die Entscheidung des Berliner Verwaltungsgerichtes notwendig. Dieses hat die Entscheidung als rechtswidrig angesehen und den Berliner Senat zur Zustimmung des Gastspiels verpflichtet.

Zirkussprecher Sascha Grodotzki betont: „Wir sind froh, dass unsere Rechtsauffassung richtig war und unsere Gala nun planmässig statt finden wird. Dennoch macht es uns traurig, wie der neue Senat nach den vielen Jahren einfach – ohne einen Dialog – uns die Türe vor der Nase regelrecht zuschlagen wollte. Wir arbeiten stets daran, unseren Tieren bestmöglichste Unterkünfte und Verpflegung zu bieten, wie uns auch Fachkräfte permanent bescheinigen. Alle Tiere sind wohl auf und werden nicht – wie gerne pauschal behauptet – gequält. Die prinzipielle Ablehnung von Tieren im Zirkus, wie sie aktuell in manchen politischen Lagern statt findet, ist nicht zielführend. Wichtig sind die sachgemäßen und fachlichen Kontrollen und die Überwachungen durch die Veterinärbehörden, wie sie durch die Bundesregierung auch vorgeschrieben sind.“

Den Zirkusbetreibern ist durchaus bewusst, dass viele Fehlinformationen populistisch über die Haltung von Tieren im Zirkus verbreitet werden. Ins Besondere in sozialen Netzwerken wird oft auf alte bzw. ausländische Materialien, gefälschte Materialien oder sogar auf selbsternannte Experten, die grundsätzlich keine Ahnung von den Tieren haben, zurückgegriffen. Auch auf politischer Ebene ist das Wissen über Tiere im Zirkus scheinbar sehr gering – So zweifelt der Senat nach Urteilsverkündung die Haltung des Flusspferdes an, wobei dieses im Zirkus genauso gehalten wir wie in einem Zoo.

Doch die voreingenommenen populistisch verbreiteten Fehlinformationen können wahre Experten und informierte Bürger nicht beirren. So wurden in Berlin trotz der Meldung, dass der Senat keine Zustimmung zu dem Gastspiel geben will, knapp 5.000 Tickets im Vorverkauf während der unsicheren Zeit verkauft. Für Sascha Grodotzki ein Zeichen dafür, dass die Berliner mit dem Ticketkauf für ihren Weihnachtscircus abgestimmt haben. Als das Urteil des Verwaltungsgerichtes publiziert wurde, erfreute sich der Zirkus an mehreren Glückwunschs-Zuschriften und an weiterhin steigenden Vorverkaufszahlen. Ein klares Zeichen dafür, dass die große Maße dem Zirkus und den prüfenden Tier-Experten vertraut und auf populistische Hetzkampagnen nicht – wie manche Politiker – eingeht.

Aktuell finden auf dem Gelände am Olympiastadion die letzten Vorbereitungsarbeiten für die diesjährige Jubiläums-Gala statt. Um erneute ähnliche Situationen mit dem Senat zu vermeiden hat der Zirkus auch eine große „stille“ Protestaktion vorbereitet. So haben die Besucher des diesjährigen Berliner Weihnachtscircus die Möglichkeit Protestkarten mit der Aufschrift „Meine Stimme für den Erhalt des Berliner Weihnachtscircus am Olympiastadion mit allen Tieren“ auszufüllen. Die Betreiber werden im Anschluss an das Gastspiel die gesammelten Unterschriftskarten an den Berliner Senat weiterleiten um ein Zeichen für die wahre Meinung der Bevölkerung zu setzen. Ein Versuch, den radikalen lautstarken Populisten entgegenzuwirken.

Ab Freitag, 14. Dezember 2018 finden bis 06. Januar insgesamt 37 Vorstellungen im Rahmen des 25. Jubiläums statt. Das Programm verspricht zahlreiche Highlights. So werden neben den Wappentieren des Berliner Weihnachtscircus – 4 afrikanische Elefanten, 2 Giraffen, 1 Flusspferd, Kamele und Pferde – auch noch 7 herrliche Löwen zu sehen sein. Zudem sind Artisten aus Kolumbien, Ungarn, Tschechien, Ukraine und Russland angereist um das Jubiläums-Publikum mit den außergewöhnlichsten Darbietungen in der Manege sowie in der Luft zu begeistern. Für den Spaß sorgt der Nachwuchs des in Berlin bekannten legendären Clown Sepp und für die Moderation die gewohnte Berliner Stimme Bettina Richter. Musikalisch wird das Programm von einem 4-Mann-Live-Orchester begleitet.

veröffentlicht von am 13. Dez 2018. gespeichert unter Zirkus. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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