Jonas Nay lernte mit einer Opernsängerin Schwäbisch





Jonas Nay lernte mit einer Opernsängerin Schwäbisch

Lübecker Schauspieler bekam die Hauptrolle in “Der Club der singenden Metzger” –
“Wie eine Fremdsprache” – Nach den Dreharbeiten kam auch der Auftrag für die
Filmmusik

Osnabrück. Schauspieler Jonas Nay (29) hat für seine Rolle als schwäbischer
Auswanderer Fidelis Waldvogel im ARD-Zweiteiler “Der Club der singenden Metzger”
(Ausstrahlung am 27.12.) Schwäbisch mit einer Opernsängerin gelernt. Weil er als
Lübecker die Mundart nicht beherrschte, habe er die Rolle eigentlich nicht
bekommen sollen, berichtete Nay der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (NOZ). “Aber ich
habe gesagt: Gebt mir eine Chance. Ich kenne aus Hamburg eine Opernsängerin, die
Schwäbisch spricht, die habe ich gefragt, ob sie mir schon fürs Casting Szenen
beibringt.”

Schwäbisch habe er dann gelernt wie eine Fremdsprache: “Wie jemand, der auf
Englisch singt, obwohl er–s nicht versteht. Franziska Aigner, die Casterin, ist
selbst Schwäbin, das war für mich die Feuerprobe. Offenbar habe ich sie
überzeugt.” Auch während der Dreharbeiten arbeitete Nay noch am schwäbischen
Zungenschlag: “Ich war mit Gabriele Rossmanith, der Opernsängerin, immer per
Whatsapp verbunden für den Fall, dass sich eine Szene ändert oder ich
improvisieren muss. So einen Dialekt wirklich zu sprechen wäre für mich eine
Lebensaufgabe.”

In der Romanverfilmung spielt Nay einen schwäbischen Metzger, der nach dem
Ersten Weltkrieg notgedrungen in die USA auswandert, weil er in der Heimat keine
Perspektive für sich und seine Familie sieht. Und er glaubt, dass sich durch den
Film der Blick auf Wirtschaftsflüchtlinge verändern könnte: “Er bietet die
Chance, mit einem Deutschen aus dieser Zeit auf seiner Suche nach einer neuen
Heimat, einem neuen Zuhause eine empathische Verbindung einzugehen. Vielleicht
gibt das den Zuschauern noch mal eine neue Perspektive – nicht nur auf die
Menschen, die gerade als Einwanderer zu uns kommen, sondern auch darauf, dass
vielleicht in ein paar Jahren wir wieder diejenigen sein könnten, die
irgendwohin flüchten wollen.”

Erst nach den Dreharbeiten habe er auch den Auftrag bekommen, die Filmmusik für
den “Club der singenden Metzger” zu schreiben, berichtete Nay weiter: “Ich hatte
während der Dreharbeiten mitbekommen, dass unser Regisseur Uli Edel nicht
vollends glücklich mit den Layouts war, die er so hatte. Er wollte gerne eine
Musik haben, die sich mit fortschreitender Handlung immer mehr amerikanisiert –
genauso wie die Charaktere. Mein Kompositionspartner David Grabowski hatte
damals eine Filmmusik für einen ZDF-Herzkino-Film gemacht, der am Yukon spielte.
Wir hatten also schon ganz viele amerikanische Elemente wie Bluegrass, Banjo und
Fiddle, die ich Uli Edel während des Drehs immer wieder unkommentiert und mehr
aus Spaß gezeigt habe. Irgendwann sagte er: ,Das ist wirklich super–. Ich hab
mich wohl so in seinen Ohren festgesetzt, dass die Produzentin nach dem Dreh
anrief, ob ich denn wirklich Zeit dafür hätte und sie uns wirklich gerne als
Komponisten haben würden.”

Pressekontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

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veröffentlicht von am 21. Dez 2019. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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