Jan Delay bleibt auch als Vertretungslehrer peacig





Dresden, 14. September 2009 – Bereits seit 1998 wird Jan Phillip Eißfeldt, wie Jan Delay mit bürgerlichem Namen heißt, von Fans und Kritikern gleichermaßen für seine Musik und seine gesellschaftskritischen Texten gefeiert. Jetzt gab der Sänger mit der unverwechselbar nasalen Stimme vor Schülern der Rudolf-Roß-Gesamtschule in Hamburg im Auftrag des Jugendmagazins SPIESSER eine Vertretungsstunde im Fach Gesellschaftskunde. In der neuen Ausgabe der Zeitschrift, die kommenden Montag (EVT: 14.09.09) erscheint, diskutiert Delay, dessen neueste Platte „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ auf Anhieb die Charts stürmte, mit den Neuntklässlern über Protestkultur.

„Ein bisschen wie im Krankenhaus“ fühlt Jan Delay sich hinter dem Lehrerpult – vor 27 Schülern eine Vertretungsstunde zu geben, scheint genauso aufregend zu sein wie ein Auftritt vor tausenden von Musikfans. Mit der Frage, ob die Schüler friedliche Protestbewegungen kennen, schiebt er schnell eine lebhafte Diskussion über die grüne Revolution im Iran und die DDR an. Dabei geht es dem Sänger nicht darum, Faktenwissen zu überprüfen, sondern die Neuntklässler mit Fragen wie „Wenn es nicht mehr ausreicht, gewaltlos zu bleiben, schlägst du dann zurück?“ zum Nachdenken zu bringen. Delay: „Erst schlagen die Menschen mit der Faust, der nächste hat eine Waffe und der übernächste dann die Bombe. Ist es nicht moralischer und besser zu sagen: Unser Protest bleibt friedlich?“

Inhaltlich geht es jetzt zur Sache: Es geht um Stolz und Moral, Waffen und Notwehr, Gewaltspiralen und Angst. Beim nicht ganz einfachen Thema Israel und Palästina muss Jan Delay erhitzte Gemüter schlichten: „Ich will gar nicht sagen, die einen sind gut und die anderen böse. Aber ich will, dass du siehst, dass es immer zwei Seiten gibt.“

Zum Abschluss der viel zu kurzen SPIESSER-Vertretungsstunde schreibt der Sänger noch schnell Autogramme, schwingt sich auf sein Fahrrad und gibt zu, dass er keinen Führerschein hat: „Ich bin zu faul und ein bisschen öko.”

Die neue SPIESSER-Ausgabe zum Download: http://www.spiesser.de/node/549/

veröffentlicht von am 14. Sep 2009. gespeichert unter Sonstige, Sub-/Jugendkultur. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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