Iserlohner und Bochumer Forscher arbeiten an –Künstlicher Bauchspeicheldrüse–





chumer Forscher arbeiten an “Künstlicher Bauchspeicheldrüse”

Diabetes mellitus verursacht stark unterschiedliche, für die Gesundheit des Patienten äußerst problematische, Blutzuckerschwankungen. “Stoffwechselentgleisungen mit zu hohen und zu niedrigen Glucosekonzentrationen – verbunden mit einer erhöhten Sterblichkeit – beobachten Ärzte häufig bei Intensivpatienten”, berichtet Prof. Dr. Dieter Ihrig, Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Lebenswissenschaften der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn, “daher ist es gerade auf Intensivstationen besonders wichtig, die Blutzuckerwerte kontinuierlich zu messen, um mit einer gezielten Insulintherapie die extremen, vom Normbereich abweichenden, Glucosekonzentrationen zu verhindern”. Mit den bislang vorhandenen Biosensoren ist dies nicht möglich, da diese noch nicht zuverlässig genug sind.

Zukünftig, so Ihrig, wird die Realisierung einer “Künstlichen Bauchspeicheldrüse” angestrebt, die auch für insulinpflichtige Diabetiker Anwendung finden kann. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Laseranwendungstechnik der Ruhr-Universität Bochum, dessen Leiter Prof. Dr.-Ing. Andreas Ostendorf auch der Koordinator des Projektes ist, möchte Ihrig daher ein Gerät zur zuverlässigen kontinuierlichen Blutglucosemessung entwickeln. Am Projekt beteiligt ist auch Prof. Dr. Herbert Michael Heise, der am Leibniz-Institut für analytische Wissenschaften – ISAS e.V. in Dortmund wesentliche Forschungsarbeiten zum Thema geleistet hat.

In Vorarbeiten konnten die Forschungspartner bereits zeigen, dass im Infrarotspektrum des Bluts “Fingerabdrücke” der Glucosemoleküle für quantitative Messungen genutzt werden können. Allerdings eignen sich die gängigen Spetrometer aufgrund ihrer Größe nicht für eine Messung an bettlägerigen Patienten. Abhilfe sollen nun Quanten-Kaskaden-Laser bringen. Die neuartigen Halbleiter-Laser sind vielversprechende Strahlungsquellen für die anspruchsvolle patientennahe Spektroskopie. Mittels spezieller Mikro-Dialysekatheder und eines tragbaren miniaturisierten Laser-Systems soll in Zukunft mit einem kleinen Gerät die Blutzuckermessung direkt am Bett des Patienten gelingen.

Für die Forschungsarbeiten, die bis April 2016 laufen, stellt das Bundesministerium für Forschung und Entwicklung im Rahmen des Programms “Validierung des Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP” insgesamt 1,27 Millionen Euro zur Verfügung. Die anschließende Ergebnisverwertung soll über eine Unternehmensgründung erfolgen; es sind aber auch Lizensierungen in den Bereichen Mikrofluid, Laser-Spektrometer und Fasersondentechnik möglich.

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veröffentlicht von am 12. Nov 2013. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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