In Büchern: Heimat Siegerland





Dezember 2010. Siegen (dia). Im Südwestfälischen liegt ein Landstrich mit reicher Geschichte, Hügeln und Tälern, aktuell reichlich Schnee und reger Heimatliteratur: das Siegerland, in dem, wie überall immer mehr verblassend, auch die Mundart noch eine gewisse Bedeutung hat. Der Siegerländer Autor Georg Hainer hat in diesem Jahr auch das Vaterunser in Mundart „übersetzt“. Es heißt dann „Oos Babbe“.

Das Siegerland im Länderdreieck von Nordrhein-Westfalen zu Rheinland-Pfalz und Hessen ist ein geschichtsträchtiges und wirtschaftlich bedeutendes Land. Sollen hier doch die Kelten vor bereits rund 2.500 Jahren das Erz aus den Bergen zu Eisen verschmolzen haben. Der Landstrich an der Sieg wurde aber später bekannt für seine Eisenerzgruben und die Niederwaldwirtschaft. Die Niederwälder heißen hier „Hauberg“. Sie sorgen dafür, dass es nicht wie anderswo fast nur Monokulturen gibt und dienten einst und teils noch jetzt zur Holzkohlegewinnung und inzwischen mehr zur Kaminholzfertigung. Das Eisen hat nie seine Bedeutung verloren. Im Zentralort Siegen trägt die Nikolaikirche das güldene Krönchen, eine Kunstschmiedearbeit, zugleich das Symbol der Stadt, in dessen Mauern 1577 Peter Paul Rubens, als flämischer Barockmaler bekannt, das Licht der Welt erblickt hat.

Geschichten und Gedichte
Mit Eisen und Grenzgebiet lieferte das Land verschiedene literarische Vorlagen wie beispielsweise für „Wieland den Schmied“, „Harold der Zigeunerkönig“ und „Kampf um Hohenseelbach“. Im Kurs stehen ebenfalls lustige Begebenheiten sowie Mundartliches, wenn auch das „Platt“ in jedem Ort im Detail wieder anders gesprochen wird.
Seit vielen Jahren setzt das der Siegerländer Autor Georg Hainer so um, dass er für seine Gedichte und Geschichten eine weitgehend für alle verständliche Mundartsprache wählt, so, wie sie – gemischt – gesprochen wird. Ob in moderner Form der Siegerland-Rap oder ein kulturübergreifendes Gedicht von Aishe, ob Erinnerungen an den Weihnachtseinkauf früher oder eine lustige Begebenheit um ein Lied: In den von ihm geschriebenen Bändchen steht stets der Heimatbezug vorn. Er arbeitet aber überwiegend in Hochdeutsch und übersetzt Mundartliches direkt für die Leser. Es sind mal Nachdenkliches, mal Sachen zum Schmunzeln. So manches Gedicht geht ins Lyrische. Er nimmt sich aber auch religiöser Traditionen an. So übersetzte er vor Jahren die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukasevangelium in Siegerländer Mundart und setzte später die Genesis, die Schöpfungsgeschichte, in Siegerländer „Platt“ um.
Im neuen Büchlein (Dat Siegerland, Verlag BuchJuwel, ISBN 978-3-9808784-8-7) gibt es eines der bekanntesten Gebete der Welt, das Vaterunser, wohl erstmals in Siegerländer Mundart. Es heißt dann „Oos Babbe“ (unser Vater). Es fand bereits vielerlei Beachtung.

veröffentlicht von am 19. Dez 2010. gespeichert unter Allgemein. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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