Hundehändler-Aussteiger gibt Einblicke in skrupellose Schiebereien: „Die Tiere wurden nicht wie Lebewesen behandelt“





Fast zwei Jahre lang war Andreas K. Teil eines
illegalen Hundehändlerrings – exklusiv bei stern TV hat der
Aussteiger und Kronzeuge der Polizei am Mittwoch Einblicke in die
Machenschaften der skrupellosen Hundeschieber gegeben. „Die Aufträge
liefen wie eine Bestellung im Katalog. Für die Auftraggeber waren die
Hunde nur eine Ware, keine Tiere oder Lebewesen“, sagte der gebürtige
Pole im Gespräch mit Steffen Hallaschka.

Obwohl sie als Tiere aus einer Liebhaberzucht beworben werden,
stammen viele der Hunde, die überwiegend im Internet zum Kauf
angeboten werden, aus dubiosen Zuchtfabriken in Osteuropa: Oft sind
sie schwer krank, werden viel zu früh von den Muttertieren getrennt
und anschließend mit gefälschten Papieren verkauft. Immer wieder
hatte Andreas K. Welpen aus solchen Zuchtfabriken besorgt – um sie
schließlich in Deutschland an Hundehändler und sogar Züchter
weiterzuverkaufen. Hier wurden sie dann als deutsche Zuchttiere
angeboten. „Ich habe auch im Register eingetragene Züchter beliefert
– unter guten Verbänden“, sagte Andreas K.

Als er schließlich aus dem schmutzigen Geschäft aussteigen wollte,
wurde Andreas K. von seinen Komplizen massiv bedroht: „Wir schlachten
dich ab, auf brutalste Art und Weise. Das kostet nichts, dich
umzubringen“. Trotz dieser Drohungen schaffte er schließlich den
Absprung – und hilft der Polizei mittlerweile bei den Ermittlungen
gegen die Hundehändler. Angeklagt ist Andreas K. trotzdem – doch als
Kronzeuge hofft er, einen Teil seiner Schuld wiedergutzumachen:
„Selbstverständlich erwarte ich eine Strafe. Aber trotzdem habe ich
am Ende ein sauberes Gewissen, weil ich weiß, dass ich mich richtig
entschieden habe und den dreckigen Weg nicht weitergegangen bin.“

Für Birgitt Thiesmann von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“
ist der massive Hundehandel über das Internet ein großes Problem –
insbesondere kurz vor den Weihnachtstagen: „Der Welpenhandel boomt
leider immer, aber jetzt in der Vorweihnachtszeit rüsten die Händler
nochmal richtig auf“, sagte die Tierschützerin live bei stern TV.
Besonders das Online-Auktionshaus Ebay sieht „Vier Pfoten“ in der
Pflicht – laut Andreas K. spielt das Portal „Ebay Kleinanzeigen“ eine
bedeutende Rolle für die illegalen Händler: „Ohne Ebay Kleinanzeigen
würde das nicht in einem solchen Maße funktionieren.“ Birgitt
Thiesmann hat daher einen klaren Appell an das Online-Auktionshaus:
„Bei Ebay Kleinanzeigen werden Unmengen von Welpen verkauft, dabei
verstoßen die Anzeigen eindeutig gegen die AGBs. Wir fordern von Ebay
eine Registrierungspflicht und einen Identifikationsnachweis für das
Portal.“ So solle der massenhafte illegale Welpenhandel künftig
eingedämmt werden können.

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veröffentlicht von am 14. Dez 2017. gespeichert unter Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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