Harald Schmidt beim „SWR UniTalk“: Keine Late Night-Shows mehr





Mit Seitenhieben auf TV-Kollege Thomas Gottschalk
äußerte sich Harald Schmidt beim „SWR UniTalk“ am gestrigen Dienstag,
26. Mai 2015, zu einem möglichen Comeback: „Die goldene Regel im Late
Night-Business heißt: Wer einmal weg ist, äußert sich nicht mehr zu
dem, was in dem Genre noch passiert. Sonst hab– ich blonde Locken und
biete an meinem 65. Geburtstag als Neuentdeckungen Otto Waalkes und
Hugo Egon Balder als Gäste an.“

Auch ein Comeback als Bestseller-Autor schloss der frühere
TV-Entertainer Schmidt aus: „Entweder ich überhole Thomas Mann oder
ich lass– es bleiben. Diese ganzen Fernsehnasen, die glauben, sie
könnten Romane schreiben. Für mich ist das grauenhaft. Niemals.“
Harald Schmidt, der bis vor kurzem in der Südsee auf Drehreise für
das ZDF-„Traumschiff“ unterwegs war („Für mich ist es das reine
Vergnügen. Ich war vier Wochen auf dem Schiff und hatte drei
Drehtage.“), ließ durchblicken, dass er seine freie Zeit am liebsten
mit Börsenspekulationen verbringt: „So wie Hoeneß – nur mit
Steuernzahlen.“ Zu den Entwicklungen an den Aktienmärkten sagte er:
„Da kommt doch ein Drama gar nicht mit. Das ist doch Real Life rund
um die Uhr. Ich verstehe nicht, warum sich nur 10 Prozent der
Deutschen für Aktien interessieren.“

Über die jüngsten Gerüchte, dass Stefan Raab angeblich auf RTL
eine Neuauflage von „Wetten, dass …?“ moderieren soll, eventuell in
einer Doppelmoderation mit Thomas Gottschalk, meinte Harald Schmidt:
„Meiner Meinung nach ist –Wetten, dass …?– seit 10 Jahren tot.
Thommy hat es weitergemacht, so wie die Mutter bei –Psycho– im
Keller. Wer einigermaßen bei Verstand ist, entfernt sich Lichtjahre
von –Wetten, dass …?–, denn was Toteres kann es gar nicht geben,
von der gesamten Struktur wie Leute heute leben. Die Generation unter
30 wartet doch nicht mehr bis es 20.15 Uhr ist.“

Einmal mehr erwies sich Harald Schmidt beim SWR UniTalk als
Meister der brillanten, spontanen Satzschöpfungen. Über die
Leidenschaft der Deutschen zum Aufregen formulierte Schmidt:
„Empörung ist negativer Narzissmus“. Und beim Thema „Authentizität in
den Medien“ kam Harald Schmidt zu dem Schluss: „Im Grunde ist nur das
Falsche wirklich echt.“

Der „SWR UniTalk“ zum Thema „Wie es Euch gefällt – Medienwelten
zwischen Traumschiff und Tragödie“ mit Harald Schmidt war eine
Veranstaltung des Südwestrundfunks und der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz.

Sehen kann man den „SWR UniTalk“ in den ARD-Digitalkanälen am 31.
Mai 2015, 19.30 Uhr in EinsPlus sowie in tagesschau24 am 1. Juni
2015, 21.17 Uhr, 4. Juni 2015, 3.02 Uhr und am 9. Juni 2015, 6 Uhr.
Nachzuhören ist der Talk auf SWR.info am 4. Juni 2015, 20.15 Uhr
sowie am 6. Juni 2015, 8.10 Uhr und 17.05 Uhr.

Fotos auf ARD-Foto.de.

Pressekontakt: Sibylle Schreckenberger, Tel.: 06131/929-32755,
sibylle.schreckenberger@swr.de

veröffentlicht von am 27. Mai 2015. gespeichert unter Allgemein, Fernsehen. Sie können den Rückmeldungen dieser Meldung folgen durch RSS 2.0. Sie können eine Rückmeldung oder einen Trackback hinterlassen

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